Autonome Müllsammler räumen jetzt Plastik aus Flüssen und Meer
Autonome Reinigungsgeräte laufen bereits in Los Angeles, Mumbai und Kuala Lumpur und sollen Flussplastik abfangen.
2.000 Lkw-Ladungen Plastikmüll fließen nach Schätzungen jeden Tag in die Flüsse, Seen und Ozeane der Welt. Ein Großteil davon nimmt denselben Weg: Nur 1.000 der drei Millionen Flüsse der Erde transportieren nach einer 2021 veröffentlichten Studie rund 80 Prozent dieses Plastiks ins Meer.
Genau dort setzt die niederländische Organisation The Ocean Cleanup an. Ihre autonomen „Interceptor" genannten Boote fahren inzwischen in Flüssen von Los Angeles über Mumbai bis Kuala Lumpur und fischen Plastik heraus, bevor es den Ozean erreicht. Drohnen, GPS-Tracker und Kameras helfen dabei, die Strömungen und Müllwege jeder Stadt vorher zu kartieren.
Nach einem Pilotprojekt in Kingston, Jamaika, kündigte die Organisation 2025 an, das Programm auf 30 Städte in Asien und Amerika auszuweiten. Ziel ist es, bis Ende des Jahrzehnts ein Drittel des weltweiten Fluss-Plastiks abzufangen, bevor es ins Meer gelangt.
Im offenen Ozean betreibt die Organisation zusätzlich ein größeres System, das in fünf Sekunden eine Fläche in der Größe eines Fußballfelds reinigen kann, eingesetzt im Großen Pazifikmüllstrudel zwischen Hawaii und Kalifornien. Forschende wie Richard Thompson von der University of Plymouth betonen dabei, Vermeidung bleibe wichtiger als Aufsammeln, und auch die Sammeltechnik selbst ist nicht risikofrei: Bei früheren Einsätzen kamen elf Meeresschildkröten in der Anlage ums Leben. The Ocean Cleanup selbst sagt, der Schaden falle geringer aus als der durch die Plastikverschmutzung selbst.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Roboterboote fangen jetzt Plastik ab, bevor es ins Meer gelangt"
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