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Baltimore (USA) verteilt gratis Waffentresore an Bibliotheken

Fünf Bibliotheken in Baltimore, USA, geben jetzt gratis Waffentresore aus – sichere Aufbewahrung verhindert Unfälle und Suizide.

Beat: Gesundheit & Forschung · Peer-Review

In der US-Stadt Baltimore können erwachsene Waffenbesitzerinnen und -besitzer ab sofort kostenlos Vorrichtungen zur sicheren Aufbewahrung ihrer Schusswaffen abholen – und zwar in der öffentlichen Bibliothek. Möglich macht das eine neue Partnerschaft der Johns Hopkins University mit der Enoch Pratt Free Library, dem städtischen Bibliothekssystem Baltimores. Bürgermeister Brandon Scott, der US-Abgeordnete Kweisi Mfume und EPFL-Präsident Chad Helton stellten das Pilotprojekt am Dienstag vor. An fünf Filialen – Central, Cherry Hill, Walbrook, Hamilton und Southeast Anchor – kann jede Person ab 18 Jahren ein Gerät mitnehmen, ganz ohne Bibliotheksausweis oder Nachweis eines Wohnsitzes in der Stadt.

Im Angebot sind zwei Arten von Sicherungen: einfache Kabelschlösser, die den Abzug einer Waffe blockieren, und biometrische Tresore, die sich per Fingerabdruck oder Zahlencode öffnen lassen. „Unsere Forschung zeigt, dass Waffenbesitzer eher zu sicherer Aufbewahrung greifen, wenn sie zwischen mehreren passenden Geräten wählen können – etwa einem biometrischen Tresor für schnellen Zugriff oder einem Kabelschloss für die Jagdflinte“, sagt Katherine Hoops, die am Johns Hopkins Center for Gun Violence Solutions klinische Programme leitet. Ihr Fazit bringt sie auf einen einfachen Nenner: „Sichere Aufbewahrung rettet Leben. Jede Waffe, jedes Mal.“

Der Hintergrund ist ernst: Die jährliche Analyse des Zentrums stützt sich auf Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC und zeigt, dass die Zahl der Tötungsdelikte mit Schusswaffen zwar zurückgeht, während Selbsttötungen mit Waffen zugleich einen historischen Höchststand erreichen. Sichere Aufbewahrung gilt Fachleuten deshalb als zentrale Maßnahme der öffentlichen Gesundheitsvorsorge, weil unverschlossene Waffen zu Hause das Risiko für Selbsttötung, Tötungsdelikte, Diebstahl und Unfälle erhöhen – besonders wenn Kinder oder Jugendliche im Haushalt leben. Eine weggeschlossene Waffe schafft, wie es im Bericht heißt, Zeit und Abstand zwischen einem Menschen in einer akuten Krise und einer tödlichen Waffe – und genau dieser Abstand kann über Leben und Tod entscheiden.

Finanziert wird das Programm über einen sogenannten Earmark, einen zweckgebundenen Posten im US-Bundeshaushalt, in Höhe von 245.000 US-Dollar, den Kongressabgeordneter Mfume initiiert hat und den das US-Justizministerium unterstützt. Das Geld fließt nicht nur in die Bibliotheken: Auch die Notaufnahmen für Erwachsene und Kinder am Johns Hopkins Hospital, am Johns Hopkins Children's Center und am Johns Hopkins Bayview Medical Center erhalten Aufbewahrungsboxen für Patientinnen und Patienten. Damit setzt die Initiative eine langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Regierungs-, Gemeinde- und Wirtschaftspartnerschaften der Universität und dem städtischen Amt für Nachbarschaftssicherheit fort, das freie Aufbewahrungsgeräte bereits in klinischen und kommunalen Einrichtungen verteilt. Für ein Pilotprojekt ist das eine bemerkenswert breite Basis – und ein Modell, das sich mit vergleichsweise geringem Budget auf weitere Städte übertragen ließe.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„In Baltimore holt man sich jetzt kostenlos einen Waffentresor – einfach in der Bücherei, ohne Ausweis. Soll Unfälle und Suizide verhindern."

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