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Blütenpflanzen blühten schon im Dino-Zeitalter

Fossilfunde zeigen: Blütenpflanzen waren bereits vor 100 Millionen Jahren weit verbreitet – viel früher als gedacht.

Blütenpflanzen sind heute die dominierende Pflanzengruppe auf der Erde – sie prägen Wälder, Wiesen und Gärten. Doch wann genau begann ihr Siegeszug? Bisher gingen viele Forscher davon aus, dass sie erst nach dem Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren richtig groß aufblühten, als die Dinosaurier ausstarben. Eine neue Studie, veröffentlicht im Fachjournal Nature, stellt diese Annahme nun infrage.

Ein internationales Team um den Paläontologen Dr. Erik Müller von der Universität Bonn hat Fossilien aus verschiedenen Erdteilen neu analysiert. Sie untersuchten Pollen und Blattabdrücke aus Gesteinsschichten, die zwischen 100 und 66 Millionen Jahre alt sind. Das Ergebnis: Blütenpflanzen waren bereits in der mittleren Kreidezeit weit verbreitet und artenreich – lange bevor die Dinosaurier verschwanden. „Wir haben Hinweise auf eine enorme Vielfalt gefunden, die frühere Schätzungen weit übertrifft“, sagt Müller.

Die Forscher nutzten eine neue Methode, um das Alter der Fossilien präziser zu bestimmen. Statt sich nur auf einzelne Funde zu stützen, kombinierten sie Daten aus mehreren Kontinenten und berücksichtigten auch Umweltfaktoren wie Klima und Geografie. So konnten sie zeigen, dass Blütenpflanzen schon vor 100 Millionen Jahren in tropischen Regionen ebenso häufig waren wie heute. „Das bedeutet, dass ihr Aufstieg viel früher begann und langsamer verlief als gedacht“, erklärt Müller.

Diese Erkenntnis ist nicht nur für die Wissenschaft spannend, sondern auch für das Verständnis der heutigen Biodiversität. Blütenpflanzen sind die Grundlage vieler Ökosysteme – sie bieten Nahrung für Insekten, Vögel und Säugetiere. Wenn sie schon in der Kreidezeit so erfolgreich waren, könnten sie auch das Überleben der Dinosaurier mitbeeinflusst haben. „Vielleicht haben die Dinos von den Blütenpflanzen profitiert, etwa durch neue Nahrungsquellen“, spekuliert Müller.

Die Studie zeigt auch, wie wichtig es ist, alte Fossilien mit modernen Methoden neu zu untersuchen. „Viele unserer bisherigen Bilder von der Erdgeschichte basieren auf lückenhaften Daten“, sagt Koautorin Dr. Anna Schmidt von der Universität Wien. „Jetzt sehen wir, dass Blütenpflanzen viel früher eine Schlüsselrolle spielten.“ Für die Zukunft planen die Forscher, weitere Fossilien aus bisher wenig erforschten Regionen wie Afrika und Südamerika zu analysieren. „Wir stehen erst am Anfang, die wahre Geschichte der Blütenpflanzen zu verstehen“, so Müller.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Stell dir vor: Blütenpflanzen gab es schon in Hülle und Fülle, als noch Dinos die Erde beherrschten. Genau das haben Forscher jetzt herausgefunden."

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