Bonobos im Kongo lernen, Menschen zu vertrauen
Forscher gewöhnen 60 bedrohte Bonobos an menschliche Präsenz – für Forschung und sanften Tourismus.

Im Salonga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo arbeiten Forscher und Fährtenleser daran, eine Gruppe von etwa 60 Bonobos an Menschen zu gewöhnen. Bonobos sind eine stark bedrohte Menschenaffenart, die nur in diesem Land vorkommt. Das Ziel ist es, die Tiere zunächst für die Forschung und später für einen sanften, kontrollierten Tourismus zugänglich zu machen.
Der Prozess ist langwierig und erfordert viel Geduld. Die Fährtenleser verlassen das Lager oft schon um drei Uhr morgens, um den Schlafplatz der Bonobos zu erreichen, bevor diese aufwachen. Dann folgen sie der Gruppe den ganzen Tag durch den Wald, bis die Affen am Abend neue Nester bauen. „Die ganze Idee der Gewöhnung ist, dass man die Gruppe jeden Tag auf eine sehr freundliche, nicht interaktive Weise trifft, damit sie einen als Teil des Waldes akzeptieren“, erklärt Felix Bofeko, ein Assistenzforscher des Programms.
Die Gewöhnung erfordert dieselben Menschen, dieselbe Zurückhaltung und dieselbe Routine, die so lange wiederholt wird, bis die Tiere die menschliche Anwesenheit nicht mehr als Bedrohung wahrnehmen. Als die Arbeit begann, flohen die Bonobos beim Anblick von Menschen. Inzwischen können die Forscher manchmal zwei bis drei Stunden bei ihnen bleiben. Zwei Besucher werden toleriert, drei oder vier sind noch zu viel.
Doch die Arbeit hat bereits jetzt Wert, noch bevor der Tourismus beginnt. Gewöhnte Tiere können genauer beobachtet werden. Die Forscher sammeln Kot- und Urinproben für genetische Analysen, Krankheitsuntersuchungen und Studien zur Ernährung. Salonga ist Teil des Bonobo-Diversitäts-Projekts, das einheitliche Daten im gesamten Kongo erhebt. Die Gewöhnung ist ein wichtiger Schritt, um diese einzigartige Art zu schützen und gleichzeitig der lokalen Bevölkerung eine nachhaltige Einkommensquelle zu erschließen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor, du gewöhnst eine Gruppe wilder Affen über Monate an dich – nur um sie dann zu schützen. Genau das passiert im Kongo."
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