Bonobos können sich Dinge vorstellen
Sprachtrainierter Bonobo Kanzi unterscheidet echt von gespielt – ein Beleg für tierische Vorstellungskraft.

Vorstellungskraft – die Fähigkeit, sich Dinge vorzustellen, die nicht real sind – galt lange als eine der letzten Bastionen menschlicher Einzigartigkeit. Doch eine neue Studie stellt diese Annahme infrage. In einer Reihe von Experimenten zeigte ein sprachtrainierter Bonobo namens Kanzi, dass er echte von vorgetäuschten Objekten unterscheiden und sogar an fiktiven Spielen teilnehmen kann.
Die Forscher setzten sich mit Kanzi zu einer „Tee-Party“ zusammen. Sie reichten ihm leere Tassen und täuschten vor, Tee einzuschenken. Kanzi reagierte darauf, indem er die Tasse zum Mund führte und so tat, als würde er trinken – ein klares Zeichen für sogenanntes „Pretend Play“ (Schein-Spiel), das bei Menschen als frühe Form der Imagination gilt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fähigkeit, sich alternative Realitäten vorzustellen, evolutionär älter ist als bisher angenommen.
Die Wissenschaftler planen nun, die Experimente auf andere Menschenaffen auszuweiten, darunter auch solche, die nicht sprachtrainiert sind. Sollte sich das Ergebnis bestätigen, würde dies unser Verständnis von tierischer Kognition grundlegend verändern. Es wäre ein weiterer Beleg dafür, dass die Grenze zwischen menschlichem und tierischem Denken fließender ist, als wir lange dachten.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Hast du gewusst, dass Bonobos sich Dinge vorstellen können? Kanzi spielt Tee-Party – echt jetzt."
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