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China klont erstmals Wild-Yaks – Rettung für goldene Unterart

Klonprogramm soll genetische Vielfalt der bedrohten Hochlandrinder sichern

Auf dem tibetischen Plateau, hoch oben in den Bergen, lebt ein Tier, das in der lokalen Mythologie als Hochzeitsgeschenk der Götter gilt: der goldene Wild-Yak. Doch die Realität ist weniger märchenhaft: Von dieser Unterart, die sich durch ihr leuchtend goldfarbenes Fell und besondere genetische Anpassungen an die Höhenlage auszeichnet, existieren schätzungsweise nur noch 170 bis 300 Exemplare. Wilderei, Konkurrenz durch domestizierte Yaks und Inzucht haben die Population an den Rand des Aussterbens gebracht. Jetzt startet ein chinesisches Forschungsteam einen ungewöhnlichen Rettungsversuch.

Im Juli 2023 gelang Wissenschaftlern der Zhejiang-Universität und dem Institut für Plateau-Biologie in Xizang der weltweit erste Klon eines Wild-Yaks. Kurz darauf übertrafen sie diesen Erfolg, indem sie gleich zehn Embryonen gleichzeitig klonten. Die Embryonen wurden von weiblichen Wild-Yaks ohne medizinische Hilfe ausgetragen und natürlich geboren – ein entscheidender Schritt, der zeigt, dass die Technik unter realen Bedingungen funktioniert. Ziel ist es, eine neue Herde aufzubauen, die das gesamte genetische Spektrum der Wild-Yak-Population abbildet.

Der goldene Wild-Yak ist nicht einfach nur eine Farbvariante. Genomstudien haben ergeben, dass er sich genetisch deutlich von anderen Wild-Yaks unterscheidet und als „evolutionär bedeutsame Einheit“ gilt. Er besitzt einzigartige Merkmale für Sauerstoffmangel-Toleranz, Fortpflanzungsfähigkeit und Immunantwort – Eigenschaften, die ihn perfekt an das Leben in extremen Höhen anpassen. Genau diese genetische Besonderheit macht ihn für den Artenschutz so wertvoll, aber auch so verletzlich.

Die Klonmethode wird oft missverstanden: Es geht nicht darum, ein identisches Tier zu duplizieren, sondern darum, die genetische Vielfalt einer Population zu erhalten oder wiederherzustellen. Ähnlich wie beim amerikanischen Schwarzfußiltis, der 2008 durch Klonen vor dem Aussterben bewahrt wurde, sollen die geklonten Yaks später in der Lage sein, sich natürlich fortzupflanzen. Die Forscher haben bereits das gesamte Genom von fast 9.000 Wild-Yaks sequenziert, um eine umfassende genetische Datenbank zu schaffen.

Parallel zum Klonprogramm laufen vor Ort Schutzmaßnahmen: Über 700 Hirten und Bauern sind damit beschäftigt, domestizierte Yaks von den Rückzugsgebieten der Wildtiere im Changtang-Nationalpark fernzuhalten und Wilderei zu verhindern. Der Dokumentarfilmer Ka Bu, der die goldene Population 2016 porträtierte, betont, dass der Schutzstatus unter chinesischem Recht so streng wie möglich sei. Dennoch bleibt die Zeit knapp: Ohne genetische Auffrischung droht die Population durch Inzucht weiter zu schrumpfen.

Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie moderne Biotechnologie und traditioneller Artenschutz Hand in Hand gehen können. Sollte es gelingen, die goldene Unterart zu stabilisieren, wäre das nicht nur ein Erfolg für den Artenschutz, sondern auch ein Modell für andere bedrohte Arten mit kleinen Populationen. Die Legende vom goldenen Yak als Hochzeitsgeschenk der Berge könnte dann vielleicht doch noch ein glückliches Ende finden.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Wild-Yaks werden geklont, um eine seltene goldene Unterart zu retten. Krass, oder?"

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