Kanada setzt auf schwedische Radarflugzeuge statt US-Modelle
Strategischer Rüstungskauf signalisiert Abkehr von US-Dominanz und Stärkung europäischer Partner

Kanada hat Verhandlungen mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab über die Beschaffung von sechs Frühwarn- und Kontrollflugzeugen aufgenommen. Premierminister Mark Carney bestätigte die Entscheidung am Mittwoch und betonte, dass das GlobalEye-System auf der in Kanada hergestellten Bombardier Global 6500 basiert. Damit fällt die Wahl nicht auf die US-Angebote von Boeing (E-7A Wedgetail) oder L3Harris (Aeris X).
Die GlobalEye-Flugzeuge sind mit leistungsstarken Radarsystemen ausgestattet, die feindliche Aktivitäten in der Luft und auf See in einem Umkreis von Hunderten Kilometern erkennen können. Sie sollen vor allem in der Arktis eingesetzt werden, um Bedrohungen frühzeitig zu identifizieren und abzuschrecken. Carney erklärte, die Maschinen würden eine zentrale Ressource für die kanadischen Streitkräfte darstellen.
Die Entscheidung ist Teil einer strategischen Neuausrichtung: Carney kündigte an, dass künftig nicht mehr als 70 Cent jedes für militärische Investitionen ausgegebenen kanadischen Dollars in die USA fließen sollen. Das GlobalEye-Modell besteht nur zu 20 Prozent aus US-Komponenten. Im vergangenen Jahr trat Kanada zudem einem größeren Verteidigungsfonds der Europäischen Union bei.
Auch der geplante Kauf von 88 F-35-Kampfjets des US-Herstellers Lockheed Martin steht auf dem Prüfstand. Carney hat das Militär beauftragt zu untersuchen, ob ein Teil der Bestellung bei einem anderen Hersteller geordert werden könne. Saab hat bereits seinen Gripen-Kampfjet ins Spiel gebracht und eine Endmontage in Kanada in Aussicht gestellt.
Die Nato zieht ebenfalls eine Beschaffung des Saab-Modells in Betracht, was die strategische Bedeutung des schwedischen Systems unterstreicht. Kanadas Schritt signalisiert eine Abkehr von der jahrzehntelangen Dominanz US-amerikanischer Rüstungstechnologie und stärkt die europäische Verteidigungsindustrie.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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