Chinesische Sonde erreicht Asteroiden Kamo'oalewa
Tianwen 2 sammelt Proben von einem erdnahen Asteroiden – Rückkehr zur Erde für 2027 geplant.
Ein kleiner Asteroid namens Kamo'oalewa umkreist die Sonne fast im Gleichtakt mit der Erde – Wissenschaftler nennen ihn einen Quasi-Mond. Manche Forscher vermuten, dass es sich um ein Bruchstück des Mondes handelt, das bei einem Einschlag ins All geschleudert wurde. Nun hat die chinesische Raumsonde Tianwen 2 den nur einige Dutzend Meter großen Brocken nach rund 400 Tagen Flug erreicht.
Die Sonde näherte sich dem Himmelskörper bis auf 20 Kilometer und begann mit der wissenschaftlichen Erkundung. Bereits im Juni hatte sie den Asteroiden erstmals erfasst, am 7. Juni führte sie in rund 30.000 Kilometern Entfernung ein Kontrollmanöver aus und näherte sich seitdem schrittweise an. Erste Bilder zeigen einen zerklüfteten Felsbrocken.
Tianwen 2 wurde Ende Mai 2025 vom Weltraumbahnhof Xichang gestartet und hat rund eine Milliarde Kilometer zurückgelegt. Die Sonde soll den Asteroiden nun kartieren und eine kleine Menge Material einsammeln. Dafür stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl, darunter ein kurzes Aufsetzen nach dem Vorbild japanischer und US-amerikanischer Missionen sowie eine bislang nie erprobte Verankerung auf der Oberfläche.
Die Rückkehrkapsel mit den Proben soll Ende 2027 auf der Erde landen. China wäre damit nach Japan und den USA das dritte Land, das Material von einem Asteroiden zur Erde bringt. Die Hauptsonde soll anschließend zum Kometen 311P im Asteroidengürtel weiterfliegen – die Gesamtmission ist auf rund zehn Jahre angelegt.
Für Peking ist das Programm Teil einer immer ehrgeizigeren Agenda in der Tiefraumforschung. Im Jahr 2021 brachte China mit Tianwen 1 einen Rover auf den Mars, und 2028 ist mit Tianwen 3 eine Mission zur Rückholung von Gesteinsproben vom Roten Planeten geplant.
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„China hat einen Asteroiden erreicht und sammelt Proben – das könnte uns zeigen, ob Kamo'oalewa ein Stück Mond ist."
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