Zurück
innovation Vereinigte Staaten · US

Nuklearbatterien aus Atommüll: Darpa forscht an neuer Energiequelle

US-Forschungsbehörde Darpa will radioaktiven Abfall in langlebige Batterien umwandeln – eine Lösung für Energie und Müllproblem.

Atommüll ist eines der drängendsten Probleme der Kernenergie: Hochradioaktive Abfälle strahlen noch Zehntausende Jahre und müssen sicher endgelagert werden. Bisher gibt es weltweit kein Endlager, das diesen Zeitraum garantieren kann. Die US-Forschungsbehörde Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) verfolgt nun einen radikal anderen Ansatz: Statt den Müll zu vergraben, will sie ihn in Energiequellen verwandeln.

Das Projekt trägt den Namen „Rads to Watts“ – eine Anspielung auf die Umwandlung von radioaktiven Isotopen (Rads) in elektrische Leistung (Watts). Die Idee ist, aus langlebigen Spaltprodukten wie Cäsium-137 oder Strontium-90 sogenannte Nuklearbatterien zu bauen. Diese nutzen die beim radioaktiven Zerfall freigesetzte Wärme, um über Thermoelemente Strom zu erzeugen – ähnlich wie bei den Energiequellen von Raumsonden, die seit Jahrzehnten im All eingesetzt werden.

Der entscheidende Unterschied: Bisher werden dafür speziell hergestellte Isotope verwendet, die teuer und aufwendig zu produzieren sind. Darpa will nun direkt auf den vorhandenen Atommüll zurückgreifen, der in großen Mengen in Zwischenlagern schlummert. Gelingt das, könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: den Müll reduzieren und gleichzeitig extrem langlebige Batterien herstellen, die Jahrzehnte ohne Wartung Strom liefern.

Die möglichen Anwendungen sind vielfältig: Nuklearbatterien könnten abgelegene Sensoren in der Arktis, Unterwasser-Messstationen oder militärische Aufklärungssysteme mit Energie versorgen. Auch für die Raumfahrt wären sie interessant – etwa für Missionen zu den äußeren Planeten, wo Sonnenlicht kaum noch ausreicht. Die Technologie ist nicht neu, aber die Nutzung von Atommüll als Rohstoff wäre ein Durchbruch.

Kritiker weisen allerdings auf die Herausforderungen hin: Die chemische Aufbereitung des Mülls ist aufwendig und birgt Sicherheitsrisiken. Zudem bleibt die Frage, ob sich das Verfahren wirtschaftlich skalieren lässt. Darpa selbst betont, dass es sich um Grundlagenforschung handelt – ein marktreifes Produkt ist noch nicht in Sicht. Dennoch zeigt das Projekt, dass Atommüll nicht nur als Last, sondern auch als Ressource betrachtet werden kann.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Stell dir vor: Atommüll wird nicht vergraben, sondern in Batterien verwandelt, die Jahrzehnte halten. Genau das erforscht die US-Behörde Darpa."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus innovation