Costa Rica macht Wildtierbrücken für neue Straßen zur Pflicht
Costa Ricas Parlament hat einstimmig beschlossen: Neue Straßen müssen Querungen für Tiere wie Faultiere und Tapire einplanen.
Auf Costa Ricas Straßen hängen gelbe Warnschilder mit Faultieren, Tapiren und Nasenbären. Sie sollen Autofahrer bremsen. Eine brasilianische Studie aus dem Jahr 2025 zeigt jedoch, dass Fahrer beim Anblick der Schilder ihr Tempo kaum drosseln.
Deutschland kennt ein ähnliches Prinzip in Form von Grünbrücken über Autobahnen. Hier wie dort geht es um dasselbe Ziel: Tiere sollen eine Straße überqueren können, ohne überfahren zu werden.
Costa Ricas Parlament hat jetzt eine härtere Antwort beschlossen. Die Abgeordneten stimmten einstimmig für ein Gesetz, das Wildtierbrücken überall dort zur Pflicht macht, wo Belege zeigen, dass eine Straße Lebensräume zerschneidet und Tiere gefährdet. Sobald der Präsident unterschreibt, müssen neue Straßenprojekte solche Querungen von der ersten Planungs- und Budgetphase an einplanen. Costa Ricas Umweltbehörde prüft dabei, ob die geplanten Brücken, Tunnel oder Kletterseile für Baumbewohner wirklich ausreichen, bevor ein Projekt grünes Licht bekommt. Auch bestehende Straßen können nachgerüstet werden, wenn Daten den Bedarf belegen.
"Jeder kann wissenschaftliche Daten liefern, die zeigen, dass eine Brücke gebraucht wird", sagt Rebecca Cliffe von der costa-ricanischen Sloth Conservation Foundation. Sie baut derzeit ein Bürgerforschungsprojekt auf, das Berichte aus Auffangstationen und von Anwohnern an der Südkaribikküste sammelt, um gezielt neue Querungen zu beantragen.
Ob eine Straße nachgerüstet wird, hängt jetzt an den Daten, die Cliffes Projekt zusammenträgt, nicht mehr an der Frage, ob das Gesetz das überhaupt vorsieht.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Warnschilder mit Faultieren halfen kaum, jetzt kommen echte Brücken"
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