Dorfgemeinschaften schützen seltene Marmorkatze in Indien
Lokale Initiativen in Nordostindien retten Lebensräume der kaum erforschten Wildkatze außerhalb von Schutzgebieten.

Die Marmorkatze (Pardofelis marmorata) ist eine der am wenigsten erforschten Wildkatzen Asiens. Sie lebt in den Wäldern Süd- und Südostasiens, doch über ihre genauen Bestände und Wanderwege ist kaum etwas bekannt. „Oft wird sie nur im Rahmen von Studien zu größeren Wildkatzen untersucht, nicht artspezifisch“, erklärt Jimmy Borah von der Naturschutzorganisation Aaranyak. Die meisten Erkenntnisse stammen aus Kamerafallen-Aufnahmen.
Eine solche Studie in Südostasien ergab, dass nur ein kleiner Teil des Verbreitungsgebiets der Marmorkatze in Schutzgebieten liegt. Auch das Eastern Himalayas Marbled Cat Project (EHMCP) bestätigte mit Kamerafallen die Anwesenheit der Katze in Teilen der indischen Bundesstaaten Arunachal Pradesh, Nagaland und Meghalaya – und fand heraus, dass sich die meisten Lebensräume außerhalb von Schutzgebieten befinden.
„Es wurde klar: Wenn Schutzbemühungen wirksam sein sollen, müssen wir die Gemeinden in der Nähe der Wälder sensibilisieren, denn sie haben häufiger Kontakt mit diesen Tieren, wissen aber weniger über sie“, sagt Giridhar Malla, Gründer des EHMCP. Das Projekt startete daraufhin Aufklärungsprogramme in Dörfern nahe dem Lebensraum der Katze und bezog lokale Jugendliche und Jäger mit ein.
Die Initiative zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung für den Artenschutz ist. Statt nur auf staatliche Schutzgebiete zu setzen, werden die Menschen vor Ort zu Verbündeten. Das könnte langfristig nicht nur der Marmorkatze, sondern auch anderen bedrohten Arten in der Region zugutekommen.
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