Drohnen retten Hunderte Rehkitze vor Mähmaschinen
Thermalkameras und KI helfen, jährlich über 300 Kitze in Bayern zu finden und zu retten.

Jedes Frühjahr sterben in Deutschland tausende Rehkitze unter den Messern von Mähmaschinen. Die jungen Tiere haben einen natürlichen Überlebensinstinkt: Bei Gefahr ducken sie sich ins hohe Gras und verharren regungslos. Was sie vor Fressfeinden schützt, wird ihnen in der modernen Landwirtschaft zum Verhängnis – sie sind für die Landwirte unsichtbar. Bisher mussten Freiwillige stundenlang zu Fuß durch die Wiesen laufen, um die Kitze zu finden. Eine mühsame und oft erfolglose Arbeit.
Die Freiwilligengruppe Rehkitz-Rettung Mangfalltal im bayerischen Landkreis Rosenheim hat das Problem nun mit moderner Technik gelöst. Seit sie Drohnen des Herstellers DJI einsetzen, hat sich die Zahl der geretteten Tiere dramatisch erhöht: von 10 bis 15 Kitzen pro Jahr auf 300 bis 350. Die Drohnen sind mit Wärmebildkameras ausgestattet, die die Körperwärme der Tiere auch aus 80 bis 100 Metern Höhe zuverlässig erfassen. Eine KI-Software hilft den Piloten dabei, die Wärmesignaturen von Rehkitzen, jungen Hasen oder bodenbrütenden Vögeln zu unterscheiden.
Sobald die Kamera eine Wärmequelle entdeckt, wird die Position per GPS auf den Zentimeter genau bestimmt und sofort an ein Team am Boden weitergegeben. Die Helfer können das Kitz dann gezielt aufsuchen, in Sicherheit bringen und nach der Mahd wieder freilassen. Die Landwirte wiederum können ihre Arbeit aufnehmen, ohne befürchten zu müssen, Tiere zu verletzen. Die Gruppe wurde 2020 gegründet und arbeitet ausschließlich ehrenamtlich. Ihr Erfolg zeigt, wie sich traditionelle Landwirtschaft und moderner Tierschutz verbinden lassen – und wie eine vergleichsweise einfache technische Lösung tausende Tierleben retten kann.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor: Drohnen retten jedes Jahr hunderte Rehkitze vor Mähmaschinen. In Bayern klappt das schon."
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