Ehemalige Wilderer schützen jetzt Nigerias Regenwald
Seit frühere Wilderer im Omo-Regenwald als Ranger patrouillieren, kehren dort nach Jahren wieder Waldelefanten zurück.

Vögel verstummen, ein Zweig knackt: Sunday Abiodun erkennt ein Tier oft, bevor er es sieht. Fünfzehn Jahre lang nutzte er dieses Gespür, um im Omo-Regenwald im Südwesten Nigerias zu jagen, wie sein Vater und sein Großvater vor ihm. Pangoline gehörten zu seiner Beute, heute eines der am meisten geschmuggelten Säugetiere der Welt. Erst als Büffel und Leoparden, die in seiner Kindheit noch häufig waren, immer seltener wurden, wurde ihm klar: etwas stimmt nicht mehr.
2017 wurde Abiodun Ranger bei der Nigerianischen Naturschutzstiftung NCF. Die Organisation verfolgt im Omo-Reservat, einem Regenwald von der anderthalbfachen Fläche Berlins und Teil eines UNESCO-Biosphärenreservats, einen ungewöhnlichen Ansatz: Sie bildet frühere Wilderer zu Rangern aus, weil niemand den Wald so gut kennt wie sie selbst. Rund zehn ehemalige Jäger patrouillieren inzwischen zu Fuß und mit dem Motorrad, entfernen Schlingfallen und legen illegale Farmen wieder still.
Die Mühe trägt inzwischen Früchte. Kamerafallen haben Waldelefanten in Gebieten aufgenommen, in denen sie jahrelang nicht mehr zu sehen waren, dazu frischen Elefantenkot und mehr Sichtungen der bedrohten Weißkehlmeerkatze, einer Affenart. Der Wildtiermediziner Mark Ofua von der Organisation Wild Africa sagt, die Rückkehr der Elefanten sei ein Zeichen dafür, dass sich der ganze Wald erhole, weil die Tiere Früchte fressen und Samen weit über das Reservat hinweg verbreiten.
Abiodun gibt sein Wissen heute an die Dörfer rund um den Wald weiter, statt es an seinen Sohn als Jäger weiterzugeben. 'Wir müssen gemeinsam schützen, was übrig ist, für uns und für die nächsten Generationen', sagt er.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Waldelefanten kehren zurück, weil frühere Wilderer jetzt schützen"
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