Omega-3 und Aspirin wirken bei Zahnfleischschwund wie Antibiotika
In einer Studie mit 109 Patienten erreichte die Kombination fast das gleiche Ergebnis wie Antibiotika, ganz ohne Resistenzrisiko.
Wenn Bakterien sich unter dem Zahnfleisch festsetzen, zerstören sie mit der Zeit auch den Knochen, der die Zähne hält, bis diese sich lockern und ausfallen. Bei fortgeschrittener Parodontitis, wie Fachleute diese Zahnfleischentzündung nennen, setzen Ärzte neben der reinen Zahnreinigung oft eine Antibiotika-Kur als letzte Zusatzbehandlung ein.
Genau da setzt eine brasilianische Studie an, finanziert von der Forschungsstiftung des Bundesstaats São Paulo. 109 Menschen mit schwerer Parodontitis wurden nach der Zahnreinigung in vier Gruppen aufgeteilt: eine bekam Antibiotika, eine bekam Omega-3-Fettsäuren zusammen mit niedrig dosiertem Aspirin, eine bekam beides kombiniert, eine nur ein Scheinmedikament. Nach einem Jahr hatten 58 Prozent der Antibiotika-Gruppe das Behandlungsziel erreicht, höchstens vier verbleibende tiefe Zahnfleischtaschen. Die Omega-3-und-Aspirin-Gruppe kam mit 57,7 Prozent fast genau auf denselben Wert, während es mit reiner Zahnreinigung nur 23,1 Prozent schafften.
Omega-3 wirkt dabei anders als klassische Entzündungshemmer: Es hilft dem Körper, Entzündungen von selbst abklingen zu lassen, statt sie nur zu unterdrücken, das niedrig dosierte Aspirin verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Der Effekt hielt sogar noch sechs Monate nach Ende der Einnahme an.
'Die Kombination erzielte vergleichbare Ergebnisse wie das Antibiotika-Schema und eröffnet eine echte Alternative für alle, die keine Antibiotika nehmen können, etwa bei Allergien', sagt Studienleiterin Magda Feres von der Harvard School of Dental Medicine. Als Ersatz für die tägliche Praxis reicht die Datenlage laut den Forschenden aber noch nicht, dafür brauche es weitere Studien.
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„Bei Zahnfleischschwund gibt es jetzt eine Alternative zu Antibiotika"
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