Elektroautos machen die Luft in Städten messbar sauberer
Der Umstieg auf E-Autos in China verhinderte laut Studie rund 337.000 vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung.

Im Jahr 2010 versank Peking regelmäßig in dichtem, gelblich-grauem Smog. Die US-Botschaft in der chinesischen Hauptstadt bezeichnete die Luftqualität damals berühmt-berüchtigt als „crazy bad" – verrückt schlecht. Die Werte des Feinstaubs PM2.5, winziger Partikel aus Verbrennungsmotoren und Kohlekraftwerken, die tief in die Lunge eindringen können, lagen zeitweise beim Zwanzigfachen des von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerts. Allein in jenem Jahr trug die Luftverschmutzung nach wissenschaftlichen Schätzungen zu mehr als 1,2 Millionen vorzeitigen Todesfällen in China bei.
„Man ist morgens aufgestanden und hat dieses schmutzig-gelbe, dunkle Etwas gesehen", erinnert sich Wang Jue von Greenpeace East Asia in Peking. „Ich war zutiefst deprimiert und fühlte mich hilflos."
Heute ist der Himmel über Peking, einer Stadt mit mehr als 22 Millionen Einwohnern, oft blau. Laut dem IQAir World Air Quality Report 2025 ist Peking auf Platz 589 der am stärksten verschmutzten Städte weltweit zurückgefallen – ein dramatischer Wandel für eine der bevölkerungsreichsten Städte der Erde. Eine gesonderte Analyse fand heraus, dass die Feinstaubwerte in Peking zwischen 2010 und 2024 um 48 Prozent sanken, den stärksten Rückgang aller untersuchten Städte weltweit.
Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung: Elektrofahrzeuge. Mehr als die Hälfte aller in China verkauften Autos war 2025 elektrisch angetrieben – kein anderes Land baut und verkauft mehr E-Autos. Eine im Fachjournal Nature Health veröffentlichte Studie hat mithilfe hochauflösender Satellitendaten und maschinellem Lernen den Effekt in 150 chinesischen Städten untersucht. Zwischen 2013 und 2023 sank die PM2.5-Belastung dadurch um 23,8 Prozent, PM10 um 15,06 Prozent und Kohlenmonoxid ebenfalls um 23,8 Prozent, verglichen mit einem Szenario, in dem weiterhin ausschließlich Verbrennungsmotoren gefahren worden wären. Nach Schätzung der Forschenden wurden dadurch rund 337.000 vorzeitige Todesfälle vermieden.
„Das ist eine aufregende Zeit für uns Forschende", sagt Meng Gao von der Hong Kong Baptist University, einer der Studienautoren. Sein Team hatte erstmals Zugriff auf reale chinesische Fahrzeugregisterdaten kombiniert mit hochauflösenden Satellitenbildern – bisherige Studien mussten viele Annahmen treffen, wo nun echte Daten vorliegen.
Auch in Kalifornien, dem US-Bundesstaat mit den meisten Elektrofahrzeugen, zeigt sich der Effekt. Eine im Fachjournal The Lancet Planetary Health veröffentlichte Studie fand heraus, dass in 1.700 untersuchten Wohngebieten je 200 zusätzlich zugelassene emissionsfreie Fahrzeuge zwischen 2019 und 2023 die Stickstoffdioxid-Werte im Schnitt um 1,1 Prozent senkten, in manchen Fällen um bis zu vier Prozent. „Wir sehen, dass es wirklich ein Ende der Abgasbelastung geben könnte", sagt Sandrah Proctor Eckel von der University of Southern California, eine der Studienautorinnen.
Nach Berechnungen der gemeinnützigen American Lung Association könnte ein vollständiger Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge in den USA bis 2050 mehr als 1,2 Billionen US-Dollar an gesundheitsbezogenem Nutzen erzeugen – durch weniger verlorene Arbeitstage, weniger Asthma-Anfälle und rund 110.000 vermiedene vorzeitige Todesfälle. Allerdings ist der Fortschritt nicht ungebremst: Der US-Kongress hat Kalifornien kürzlich das Recht entzogen, ab 2035 den Verkauf neuer Benzinfahrzeuge zu untersagen. Fachleute wie Laura Kate Bender von der American Lung Association warnen deshalb, dass politische Unterstützung entscheidend bleibt, damit sich diese Fortschritte nicht wieder umkehren.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Eine Studie hat es nachgerechnet: Der Umstieg auf E-Autos in China hat rund 337.000 vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung verhindert."
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