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Genveränderter Kastanienbaum widersteht tödlichem Pilzbefall

Ein eingefügtes Gen macht die fast ausgestorbene Amerikanische Kastanie widerstandsfähig gegen den Pilz, der sie auslöschte.

Ein eingeschleppter Pilz aus Ostasien hat der Amerikanischen Kastanie zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast den Garaus gemacht. Wo einst Milliarden dieser Bäume ganze Wälder im Osten der USA prägten, blieben nur verstreute Baumstümpfe zurück – der Baum gilt heute als funktionell ausgestorben.

Das Biotech-Unternehmen SilvaBio, gegründet von Andrew Serazin und Michael Bloom, verfolgt nun einen neuen Ansatz, um die Kastanie zurückzubringen. Statt tief in das Erbgut des Baumes einzugreifen, setzt das Unternehmen auf eine einzelne eingefügte Genkopie namens OxO – ein Pflanzengen, das auch in Bananen und Moosen Widerstandskraft gegen Pilzbefall verleiht. Ursprünglich wurde die daraus entstandene Baumlinie „Darling 54" von Wissenschaftlern der SUNY College of Environmental Science and Forestry entwickelt; SilvaBio hält die exklusive Lizenz und bringt die Technologie nun von der Universität in die praktische Anwendung.

„Indem wir die DNA analysieren, können wir schon bei jungen Setzlingen erkennen, welche Bäume die Krankheit voraussichtlich überstehen werden, lange bevor man das im Feld testen könnte", erklären die Gründer. Ihr sogenannter „Lightspeed"-Zuchtprozess nutzt gezielt hochintensives Licht, um Bäume schneller blühen und sich vermehren zu lassen. Ein Zuchtzyklus, der in der Natur 10 Jahre oder länger dauert, lässt sich so auf etwa ein Jahr verkürzen.

Die Ergebnisse sind bislang vielversprechend: Vier unabhängige Studien der Purdue University, der University of New England und der SUNY zeigen, dass die Krebsgeschwüre, die der Pilzbefall verursacht, bei Darling-54-Bäumen sowohl im Setzlings- als auch im vierjährigen Stadium deutlich kleiner ausfallen als bei gewöhnlichen Kastanien.

Am Arbor Day 2026 wurde symbolisch ein Darling-54-Baum im Garten des Weißen Hauses gepflanzt. „Ein fremder Erreger hat der amerikanischen Kastanie ihre Wälder genommen. Kurz vor unserem 250. Jubiläum bringen amerikanische Innovation, wissenschaftliche Zusammenarbeit und Naturschutz sie zurück", sagte Jessica Bowron vom National Park Service bei der Zeremonie.

Ganz unumstritten ist der Weg dorthin nicht: Ein früheres gentechnisches Kastanienprojekt wurde 2023 von der American Chestnut Foundation nach jahrzehntelanger Entwicklung wieder fallengelassen, weil Forschungsfehler den Baum genetisch mangelhaft gemacht hatten. SilvaBio betont daher, dass umfangreiche Umweltstudien seit 2016 keine Hinweise auf Sicherheitsrisiken ergeben hätten – detailliertere Genomanalysen würden derzeit für die Zulassungsbehörden vorbereitet.

Die Gründer stellen zudem klar, dass ihr Ziel nie ein einzelner Klon war. „Gesunde Wälder brauchen genetische Vielfalt. Unser Ziel ist es, Dutzende und irgendwann noch viel mehr widerstandsfähige, regional angepasste Linien zu entwickeln", schreiben sie. Nach eigenen Angaben ist inzwischen fast die Hälfte der lebenden Waldbiomasse der USA durch nur 15 eingeschleppte Insekten und Krankheiten bedroht – neben der Kastanie sind bereits drei Viertel aller ausgewachsenen Ulmen dem Ulmensterben zum Opfer gefallen, während die Esche vom Asiatischen Eschenprachtkäfer bedrängt wird. Gelingt der Ansatz, könnte er zum Vorbild werden, wie sich ganze Waldökosysteme wiederherstellen lassen.

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„Ein einziges eingefügtes Gen macht die fast ausgestorbene Amerikanische Kastanie plötzlich widerstandsfähig gegen den Pilz, der sie fast ausgelöscht hat."

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