Zurück
wissenschaft International · INT

ESA-Mission Hera untersucht Asteroiden-Abwehr

Nach erfolgreichem DART-Einschlag 2022 liefert Hera ab 2026 entscheidende Daten für planetare Verteidigung.

Asteroiden sind Gesteinsbrocken, die durchs Sonnensystem fliegen. Wenn sie mit der Erde kollidieren, können sie gewaltige Schäden anrichten – wie vor 66 Millionen Jahren, als ein etwa zehn Kilometer großer Asteroid vermutlich die Dinosaurier auslöschte. Um solche Katastrophen zu verhindern, arbeiten Raumfahrtagenturen an Methoden, Asteroiden von ihrem Kurs abzubringen.

Ein Meilenstein gelang der NASA im September 2022: Die Sonde DART (Double Asteroid Redirection Test) krachte mit voller Absicht in den Mond Dimorphos, der den Asteroiden Didymos umkreist. Der Einschlag geschah mit einer Geschwindigkeit von rund 23.700 Kilometern pro Stunde und veränderte messbar die Umlaufbahn von Dimorphos. „Wir brechen jetzt in eine neue Ära der Menschheit auf, in der wir die Möglichkeit haben könnten, uns gegen den Einschlag eines Asteroiden zu schützen“, kommentierte die NASA damals.

Doch der Test warf auch neue Fragen auf. Die Staubwolke nach dem Einschlag war überraschend groß, und es ist unklar, ob der Asteroid nur einen Krater davongetragen hat oder sich sogar komplett verformte. „Klassisch würde man erwarten, dass da jetzt ein Krater ist. Könnte aber auch sein, dass er aussieht wie angeknabbert“, sagt Richard Moissl, Chefkoordinator der Asteroidenabwehr der europäischen Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt.

Hier kommt die ESA-Mission Hera ins Spiel. Der Satellit soll im November 2026 an dem Doppelasteroiden ankommen und Daten zur Beschaffenheit, Dichte, Größe und Form des Himmelskörpers liefern. „Wenn ich einen Asteroiden ablenken will, ist das eine ganz kritische Sache“, erklärt Detlef Koschny, Professor für lunare und planetare Exploration an der Technischen Universität München. „Es kann passieren, dass zu viel Kraft aufgewendet wird; dann bricht er auseinander und wird gar nicht abgelenkt. Die Teile würden dann trotzdem auf die Erde zufliegen.“

Parallel plant die ESA die Mission RAMSES (Rapid Apophis Mission for Space Safety). Sie soll 2029 den fast 400 Meter großen Asteroiden Apophis erkunden, der am 13. April 2029 in nur 32.000 Kilometern Entfernung an der Erde vorbeifliegt – näher als manche Satelliten. „Bei der RAMSES-Mission haben wir jetzt sehr wichtige Meilensteine genommen. Die Industrieverträge sind alle unterschrieben“, sagt Moissl. Eine Ablenkung ist nicht geplant, aber die Wissenschaftler hoffen, durch die Gezeitenkräfte der Erde Veränderungen auf dem Asteroiden zu sehen.

Darüber hinaus gibt es Pläne für ein Infrarotteleskop, um Asteroiden zu entdecken, die aus Richtung der Sonne kommen und bisher schwer zu erkennen sind. Auch die Methode, Asteroiden mit einem Ionentriebwerk abzulenken, wird untersucht. Derzeit sind knapp 42.000 erdnahe Asteroiden bekannt – also solche, die die Erdumlaufbahn kreuzen könnten. „Ab zehn Metern nehmen wir die Sachen ernst und warnen“, so Moissl. „Zurzeit ist alles ruhig.“

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Stell dir vor, wir könnten Asteroiden ablenken, bevor sie die Erde treffen. Genau das testen NASA und ESA gerade – und es funktioniert!"

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus wissenschaft