Zurück
innovation Vereinigtes Königreich · GB

Filter fängt Mikroplastik aus Waschmaschinen

Ein Erfinder und Bosch bringen einen Filter auf den Markt, der pro Jahr Tonnen von Mikrofasern aus dem Abwasser holt.

Jeder kennt das Bild der Plastikflasche, die im Meer treibt. Doch die größte Quelle der Mikroplastik-Verschmutzung ist eine andere: Es sind die winzigen Fasern, die beim Waschen von Kunststoffkleidung aus der Maschine gespült werden. Pro Waschgang lösen sich etwa ein Gramm dieser fossilen Fäden aus Polyester, Nylon und Co. – und landen ungefiltert im Abwasser, in Flüssen und schließlich im Meer.

Der englische Erfinder Adam Root hat eine Lösung dafür entwickelt: einen kompakten Filter, der sich direkt an die Haushalts-Waschmaschine anschließen lässt. Das Gerät ist etwa so groß wie eine Küchenmaschine und kostet rund 250 Dollar. Es reinigt sich selbst und kommt ohne Filterpatronen aus – ein entscheidender Vorteil für den Alltag. „Das häufigste, was wir hören, ist: ‚Ich kann nicht glauben, wie viel Material aus der Waschmaschine kommt‘“, erzählt Root dem Guardian. „Jemand hat mir Fotos von tellergroßen Mengen geschickt.“

Doch Root und sein Unternehmen Matter Industries setzen nicht nur auf den Privathaushalt. Sie gehen direkt an die Quelle: die Textilfabriken. Denn in der industriellen Fertigung werden Stoffe gefärbt und gewaschen – und dabei pro Jahr und Fabrik rund 360 Tonnen Mikrofasern freigesetzt. Für diese großen Mengen entwickelt Matter Industries maßgeschneiderte Filtersysteme. Zudem hat Root in Großbritannien dafür geworben, dass seine Filter auch in Kläranlagen eingesetzt werden, um die Abwässer aus Millionen Haushalten zu reinigen.

Die deutsche Hausgeräte-Giganten Bosch und Siemens haben sich bereits mit Matter Industries zusammengetan. Mit 20 Millionen Dollar Startkapital treibt das Team die Technologie voran. Seit dem Marktstart im Juni 2024 wurden so viele Haushaltsfilter ausgeliefert, dass sie über ihre gesamte Lebensdauer hinweg 4,6 Tonnen Mikrofasern aus dem Abwasser filtern werden. Im Jahr 2025 wurde Matter Industries zudem Finalist des renommierten Earthshot Prize – eine Auszeichnung für innovative Umweltlösungen. Der Filter zeigt: Manchmal braucht es keine großen Gesetze, sondern clevere Technik, die direkt im Alltag ansetzt.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Stell dir vor: Jeder Waschgang schleudert Mikroplastik ins Abwasser. Ein simpler Filter fängt es jetzt auf – und Bosch hilft mit."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus innovation