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Fledermausforschung: Wie Tiere mit Schall navigieren

Forscher entschlüsseln die Echoortung von Flughunden – mit GPS und KI

Fledermäuse sind Meister der Navigation – und das, obwohl viele von ihnen kaum etwas sehen. Sie orientieren sich mit Echoortung: Sie stoßen Laute aus und lauschen dem Echo, das von Objekten zurückgeworfen wird. Der Neuroökologe Yossi Yovel von der Universität Tel Aviv erforscht seit Jahren, wie genau das funktioniert. Dafür stattet er Fledermäuse mit winzigen GPS-Sendern und Mikrofonen aus – wie einen Rucksack, den die Tiere ständig tragen. Zweimal pro Woche fängt er sie mit einem Handnetz, um die Daten herunterzuladen und ihren Gesundheitszustand zu prüfen.

Seine Gruppe arbeitet vor allem mit Nilflughunden, einer fruchtfressenden Fledermausart. Die Tiere leben in einer speziellen Laborhöhle, die über einen Tunnel nach draußen führt – sie können jederzeit wegfliegen und kehren freiwillig zurück. „Ich glaube, sie finden bei uns bessere Bedingungen als anderswo draußen“, sagt Yovel. Die Höhle wird konstant auf etwa 28 Grad Celsius gehalten, was die Tiere besonders im Winter schätzen. In Israel sind Nilflughunde extrem anpassungsfähig: Sie schlafen in natürlichen Höhlen, aber auch in Parkhäusern oder Gebäuden in der Stadt.

Ein überraschender Befund: Stadtfledermäuse verhalten sich ganz anders als ihre Artgenossen auf dem Land. Während Landfledermäuse Nacht für Nacht zu denselben Bäumen zurückkehren, wechseln Stadtfledermäuse ständig die Futterplätze. „Sie kehren praktisch nie zu denselben Bäumen zurück“, sagt Yovel. Der Grund: In der Stadt liegen verschiedene Nahrungsquellen dicht beieinander, sodass die Tiere ihr Futter leichter variieren können. Außerdem ändern sich die Gegebenheiten in der Stadt schneller – die Fledermäuse müssen ständig neue Informationen sammeln. Interessanterweise verhalten sich ländliche Fledermäuse, die in die Stadt kommen, sofort wie Stadtfledermäuse. Es scheint keine genetische Festlegung zu geben, sondern die Umwelt prägt das Verhalten.

Yovel untersucht auch, wie das Gehirn von Stadt- und Landfledermäusen auf verschiedene Geräusche reagiert. In einer aktuellen Studie spielt er ihnen Stadtklänge wie Verkehrslärm und ländliche Geräusche vor und misst die Hirnreaktion. „Urbane Fledermäuse haben sich vermutlich an städtische Geräusche gewöhnt“, vermutet er. Die Ergebnisse sind noch vorläufig, aber sie deuten darauf hin, dass Stadtfledermäuse weniger gestresst sind. Die Forschung hilft nicht nur, Fledermäuse besser zu verstehen, sondern zeigt auch, wie Tiere lernen, mit vom Menschen veränderten Lebensräumen umzugehen – ein wichtiger Aspekt für den Artenschutz in einer zunehmend urbanen Welt.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Fledermäuse in der Stadt wechseln ständig die Bäume – und Landfledermäuse machen es ihnen nach, sobald sie in die Stadt kommen. Krass, oder?"

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