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Florida pflanzt Seidenpflanzen für Monarchfalter am Straßenrand

9.000 Seidenpflanzen wachsen jetzt an Floridas Straßenrändern – die einzige Nahrung, von der Monarchfalter-Raupen leben können.

Monarchfalter sind auf eine einzige Pflanze angewiesen: die Seidenpflanze, im Englischen milkweed genannt. Nur von ihr können sich die Raupen ernähren, weil sie im Lauf der Evolution gelernt haben, die giftigen Inhaltsstoffe der Pflanze in ihrem Gewebe zu speichern – das macht sie selbst für Fressfeinde ungenießbar. Verschwindet die Seidenpflanze aus einer Landschaft, verschwinden mit ihr auch die Monarchfalter. Genau das ist in weiten Teilen der USA passiert, unter anderem weil Straßenränder regelmäßig gemäht werden, ohne Rücksicht auf das, was dort wächst.

Ein von der University of Illinois Chicago geleitetes landesweites Projekt will das ändern, indem es Straßenränder, Stromleitungstrassen und Bahndämme in nutzbaren Lebensraum verwandelt – Flächen, die ohnehin gepflegt werden müssen, aber bislang niemandem nützen. Floridas Verkehrsbehörde stieg 2024 in das Projekt ein und verpflichtete sich, künftig mehr als 10.200 Acre, umgerechnet rund 16 Quadratkilometer, Straßenrandfläche gezielt für den Naturschutz zu bewirtschaften. Für die konkrete Umsetzung erhielt das Labor von Jaret Daniels, Kurator für Schmetterlinge am Florida Museum of Natural History, ein Fördergeld von 150.000 Dollar.

Sein Team hat inzwischen 9.000 Seidenpflanzen entlang von Straßen in sechs Bezirken Nordfloridas gepflanzt, 6.000 weitere sollen bis 2029 folgen. Ausgewählt wurden zwei einheimische Arten, die mit dem trockenen, sandigen und nährstoffarmen Boden an Floridas Straßenrändern zurechtkommen: das Kiefernwald-Seidenkraut und die Schmetterlingswurz. Weil eine der beiden Arten nicht im Handel erhältlich ist, sammelt das Team die Samen selbst – Mitarbeitende binden dafür kleine Beutel um die Samenkapseln wilder Pflanzen, um die Samen aufzufangen, bevor der Wind sie verstreut. In der Gärtnerei der University of Florida keimten zuletzt 98 Prozent dieser Samen.

Gepflanzt wird im Winter, wenn die Pflanzen ruhen. Die Standorte liegen bevorzugt in der Nähe bestehender Schutzgebiete oder neben Feldern mit Heidelbeeren und Wassermelonen, die auf wilde Bestäuber angewiesen sind. Eine frühere Kartierung vorhandener Seidenpflanzen-Bestände half dabei, gezielt die Lücken zu schließen. Die neuen Flächen sind inzwischen als Wildblumenzonen ausgeschildert, mehrere stehen bereits in Blüte – und an mehreren Standorten wurden schon Monarchfalter beim Nutzen der Pflanzen beobachtet.

Für die erwachsenen Falter ist das Angebot mehr als nur Nahrung: Während ihrer Wanderung legen sie über 100 Kilometer am Tag zurück und brauchen dafür verlässliche Tankstellen entlang der Route. Ein durchgehender Streifen aus Seidenpflanzen und Wildblumen kann genau das leisten – anders als vereinzelte Gartenbeete. Von den neuen Flächen profitieren nebenbei auch andere Insekten wie Bienen, Wespen und Fliegen.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Florida pflanzt 9.000 Seidenpflanzen an Straßenrändern – die einzige Nahrung, von der Monarchfalter-Raupen leben können. Die ersten Falter sind schon da."

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