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tiere Indonesien · ID

Fotos gegen Wilderei: Einheimische schützen Orang-Utans

Wer ein Orang-Utan-Foto per App hochlädt, bekommt rund 6 Dollar — 175.000 Meldungen in einem Jahr, für einen Bruchteil der Kosten.

11. Juli 2026 2 Min. Lesezeit KI-recherchiert · von Menschen verantwortet Quelle: Mongabay

Der Schutz bedrohter Tierarten ist ein teures Geschäft — und oft ein ernüchterndes. In den vergangenen 20 Jahren wurde nach Angaben der Naturschutzorganisation KehatiKu mehr als eine Milliarde Dollar in den Schutz der Orang-Utans gesteckt, jener großen Menschenaffen, die fast nur noch auf den Inseln Borneo und Sumatra leben. Trotzdem verschwanden in diesem Zeitraum rund 100.000 Tiere.

Im indonesischen Teil Borneos versucht KehatiKu nun einen anderen Weg. Die Organisation bezahlt Menschen aus den Dörfern dafür, Wildtiere zu fotografieren und ihre Sichtungen über eine App zu melden. Für das Foto eines Orang-Utans gibt es etwa 6 Dollar, für häufigere Arten kleinere Beträge.

Der Anreiz wirkt: In nur einem Jahr kamen rund 175.000 Meldungen zusammen. Wichtiger noch als die reinen Zahlen ist eine Verhaltensänderung vor Ort. Weil die Tiere plötzlich einen greifbaren Wert haben, solange sie leben, beginnen die Gemeinschaften selbst, illegale Jagd in ihren Gebieten zu unterbinden.

Das ist der eigentliche Kern der Idee: Naturschutz funktioniert dort am besten, wo die Menschen, die neben den Tieren leben, ein eigenes Interesse an deren Überleben haben. Statt Schutz von außen zu verordnen, macht das Modell die Einheimischen zu Partnern.

Besonders bemerkenswert ist das Kostenverhältnis. Nach Darstellung von KehatiKu erzielt der Ansatz konkrete Erfolge zu einem Bruchteil dessen, was klassische Schutzprogramme verschlingen.

Ganz ohne Zweifel ist die Methode allerdings nicht. Paul Ferraro, Professor für menschliches Verhalten und öffentliche Politik an der Johns-Hopkins-Universität in den USA, gibt zu bedenken, dass ein solches System einen stetigen Geldfluss braucht. Für den ersten Anstoß sei es wirksam, doch auf lange Sicht könne es schwierig werden, die Finanzierung durchzuhalten.

Dennoch deutet das Projekt auf etwas Größeres hin. Wenn ein einzelnes Foto einer Familie ein kleines Einkommen bringt und zugleich einen Orang-Utan schützt, verschiebt sich die Rechnung — weg von der Jagd, hin zum Erhalt. Ob sich das Modell dauerhaft trägt, wird die Zukunft zeigen. Der erste Jahresbericht aber macht Hoffnung, dass wirksamer Naturschutz nicht zwangsläufig der teuerste sein muss.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„In Borneo bekommen Leute jetzt Geld dafür, Orang-Utans zu fotografieren statt sie zu jagen — 175.000 Meldungen in einem Jahr."

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