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tiere Sambia · ZM

Sambia: Kunstfell rettet Leoparden vor Wilderei

22.000 Kunstfelle ersetzen echte Leopardenfelle bei Zeremonien – Wilderei sinkt, Bestände erholen sich in Sambia.

In Westsambia gehört der Leopard seit Generationen zu den wichtigsten Symbolen der Lozi, eines Volkes am Oberlauf des Sambesi. Jedes Jahr, wenn die Flutsaison beginnt, rudern rund 200 Männer den Litunga, den traditionellen König der Lozi, in einer feierlichen Prozession auf einer Barke über den Fluss. Zu ihrer Zeremonientracht gehören Röcke aus echtem Leopardenfell – ein Statussymbol, das über Jahrzehnte eine stetige Nachfrage nach den Fellen der scheuen Raubkatzen erzeugte und damit die Wilderei anheizte.

Genau hier setzt ein Programm der internationalen Wildkatzen-Organisation Panthera an. Gemeinsam mit den Gemeinden vor Ort entwickelte sie hochwertige, täuschend echt wirkende Kunstfelle, die sie „Heritage Furs" nennt. Entscheidend für den Erfolg war die Zustimmung des Litunga selbst: Er ordnete an, dass bei offiziellen Zeremonien künftig nur noch die Kunstfell-Variante getragen werden darf.

Die Wirkung lässt sich inzwischen belegen. Eine Studie im Fachjournal Conservation Biology zeigt, dass die Leopardenbestände in der Region wieder wachsen, die Zahl der Wilderei-Fälle zurückgeht und mittlerweile nur noch etwa 10 Prozent der königlichen Ruderer echtes statt künstliches Fell bevorzugen. Panthera hat nach eigenen Angaben im gesamten südlichen Afrika bereits mehr als 22.000 Heritage Furs verteilt.

„Unsere Ergebnisse liefern den ersten empirischen Beleg dafür, dass eine Kampagne zur Senkung der Nachfrage mit einer künstlichen Alternative tatsächlich zu einer messbaren Erholung einer Tierart führen kann", sagt Studienleiter und Panthera-Wissenschaftler Aditya Shekhar Malgaonkar.

Die Forschenden betonen, dass der Erfolg nicht allein den Kunstfellen zu verdanken ist – auch verstärkte Kontrollen und die Verfolgung von Wilderernetzwerken spielen eine Rolle. Doch die Modellrechnung der Studie zeigt das Potenzial des Ansatzes deutlich: Setzt sich der Umstieg fort, könnten in den kommenden zehn Jahren zwischen 204 und 1.310 Leoparden allein durch den Verzicht auf echtes Fell am Leben bleiben.

Für Naturschützer ist das Beispiel aus Sambia deshalb bedeutsam, weil es zeigt, dass Artenschutz nicht zwangsläufig gegen kulturelle Traditionen ausgespielt werden muss. Indem die Lösung die Zeremonie selbst respektiert und lediglich das Material austauscht, konnte eine jahrhundertealte Praxis erhalten bleiben, ohne dass weiter Leoparden dafür sterben müssen.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„In Sambia tragen Zeremonien-Ruderer jetzt Kunstfell statt echtem Leopardenfell – und die Wilderei sinkt messbar."

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