Serbiens Kaiseradler erlebt sein bestes Brutjahr überhaupt
Nach nur einem Brutpaar 2017 zählt Serbien heute 29 Paare des seltenen Kaiseradlers – ein Rekordjahr.
Kaum ein Vogel steht so sehr für Serbien wie der Kaiseradler: Er ziert die Flagge des Balkanlandes und gilt als eine der majestätischsten Greifvogelarten Europas. Umso dramatischer war sein Niedergang in den vergangenen Jahrzehnten – Lebensraumverlust, Vergiftungen und Störungen an den Brutplätzen drückten den Bestand so weit, dass die serbische Vogelschutzorganisation DZPPS im Jahr 2017 nur noch ein einziges bekanntes Brutpaar im ganzen Land zählte.
Acht Jahre gezielter Schutzarbeit später fällt die Bilanz für dieses Jahr so gut aus wie nie zuvor: 29 Brutpaare wurden gezählt, 16 davon zogen erfolgreich Nachwuchs auf – insgesamt 25 flügge Jungvögel. Die DZPPS bezeichnet es als das erfolgreichste Jahr seit Beginn der zielgerichteten Schutzmaßnahmen.
Die meisten Kaiseradler wurden in der Region Banat entlang des Flusses Theiß gesichtet, doch die Art breitet sich zunehmend auch in neue Landesteile aus. Erstmals wurde ein Brutpaar in der südlichen Batschka registriert – eine Erholung, die auch von einer wachsenden Population im benachbarten Ungarn profitiert, von wo aus Vögel neue Reviere in Serbien besiedeln.
Um die Ausbreitung besser zu verstehen, sollen junge Adler künftig, wo dies sicher möglich ist, mit kleinen Sendern ausgestattet werden. Die Daten sollen zeigen, wohin sich die wachsende Population ausbreitet, wo die Tiere jagen und wohin es unverpaarte Männchen zieht.
„Der Kaiseradler ist ein Symbol für Naturschutz in Serbien", sagte DZPPS-Direktor Milan Ružić und verwies auf das wachsende öffentliche Interesse am Schicksal der Art als Grund zur Zuversicht. International gilt der Kaiseradler laut der Weltnaturschutzunion IUCN weiterhin als „gefährdet" – seine Bestände reichen von Serbien aus über weite Teile Eurasiens bis nach Hongkong.
Der Aufschwung in Serbien zeigt aber, dass gezielte, über Jahre fortgesetzte Schutzarbeit selbst eine Population aus nur einem einzigen verbliebenen Paar wieder wachsen lassen kann.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„2017 gab es in Serbien nur noch ein einziges Brutpaar des Kaiseradlers. Jetzt sind es 29 – mit 25 neuen Jungvögeln in diesem Jahr."
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