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Irak restauriert Zikkurat von Ur mit originalgetreuen Ziegeln

UNESCO-Welterbe in Gefahr: Klimawandel bedroht 4000 Jahre altes Bauwerk

Hintergrund

Die Zikkurat von Ur ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der sumerischen Hochkultur. Erbaut im 21. Jahrhundert v. Chr. als Tempel für den Mondgott Nanna, war sie einst 64 Meter lang, 45 Meter breit und möglicherweise 30 Meter hoch. Das Bauwerk aus luftgetrockneten Lehmziegeln und Bitumen ist heute UNESCO-Welterbe und gilt als extrem erosionsgefährdet.

Die Stadt Ur selbst zählt zu den ältesten urbanen Siedlungen der Welt – erste Besiedlungsspuren reichen bis 3.800 v. Chr. zurück. In ihrer Blütezeit unter der dritten Dynastie umfasste die Stadtfläche rund 160 Hektar. Die Zikkurat überstand Jahrtausende, doch der moderne Klimawandel setzt ihr massiv zu.

Was ist passiert

Die irakische Regierung hat umgerechnet rund 382.000 US-Dollar für neue Konservierungsarbeiten bereitgestellt. Im Fokus steht die besonders gefährdete Nordseite, die unter Wind- und Sand erosion leidet. Das Besondere: Die Restauratoren stellen die Ersatzziegel selbst her – nach exakt denselben Rezepturen wie vor 4.000 Jahren.

„Für die Pflastersteine wurde eine Probe vom Original genommen und ein Nachbau mit denselben chemischen und physikalischen Eigenschaften angefertigt“, erklärt Archäologe Khadim Hassoun Honaein, leitendes Mitglied des Konservierungsteams. „Der Lehm wurde vor Ort in Ur von Hand geformt, der Ton stammt aus einer Umgebung, die der der antiken Stadt ähnelt.“

Warum das wichtig ist

Diese Restaurierung ist ein Paradebeispiel für authentische Denkmalpflege. Anders als viele Projekte in einkommensschwachen Ländern, die oft auf moderne Massenprodukte zurückgreifen, setzt Ur auf handwerkliche Präzision und Materialtreue. Das schützt nicht nur das Bauwerk, sondern bewahrt auch traditionelles Wissen.

Die Zikkurat wurde bereits mehrfach restauriert – zuletzt unter Saddam Hussein, dessen Arbeiten jedoch nicht alle ursprünglichen Ziegelschichten abdecken. Schon im 6. Jahrhundert v. Chr. hatte der neubabylonische König Nabonid das Bauwerk instand setzen lassen. Die aktuelle Maßnahme ist die erste wissenschaftlich begleitete Restaurierung des 21. Jahrhunderts.

Ausblick

Die Arbeiten an der Nordseite sollen in den kommenden Monaten abgeschlossen werden. Das Projekt könnte als Modell für andere gefährdete Welterbestätten in klimatisch extremen Regionen dienen – von Mesopotamien bis nach Mittelamerika. Die Kombination aus traditioneller Handwerkstechnik und moderner Materialanalyse zeigt, wie Kulturerbe nachhaltig geschützt werden kann.

Für den Irak, der nach Jahrzehnten von Krieg und Instabilität seine kulturelle Identität wiederentdeckt, ist die Restaurierung ein starkes Signal. Die Zikkurat von Ur steht nicht nur für die Anfänge der Zivilisation, sondern auch für die Fähigkeit, dieses Erbe für künftige Generationen zu bewahren.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Stell dir vor, du könntest mit Ziegeln aus dem Jahr 2000 v. Chr. bauen – genau das passiert gerade im Irak! 🏛️"

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