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Japanische Fischdruck-Kunst erobert die Welt

Gyotaku: Vom Fischerhandwerk zur internationalen Kunstform mit neuer Wertschätzung für Beifang

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Gyotaku: Vom Fischerhandwerk zur internationalen Kunstform mit neuer Wertschätzung für Beifang

Gyotaku – das klingt nach fernöstlicher Geheimwissenschaft, ist aber im Kern ganz einfach: Ein Fisch wird mit Tinte oder Farbe bestrichen und dann auf Papier oder Stoff gepresst. Das Ergebnis ist ein exaktes, spiegelverkehrtes Abbild des Tieres. Was im Japan des 19. Jahrhunderts als praktische Methode begann, um besonders große Fänge zu dokumentieren, hat sich längst zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt.

Die Technik ist anspruchsvoller, als es klingt. Bevor der Fisch überhaupt aufs Papier kommt, muss er sorgfältig vorbereitet werden: Schleim und Flüssigkeiten werden entfernt, Öffnungen werden verschlossen, damit keine Feuchtigkeit das empfindliche Reispapier beschädigt. Dann beginnt der Wettlauf gegen die Zeit – denn der Fisch trocknet aus, und die Farbe muss innerhalb von etwa 30 Minuten aufgetragen werden, bevor die erneute Feuchtigkeit des Tieres das Pigment zersetzt. Nur das Auge wird später von Hand gemalt, weil die Farbe an der glatten Oberfläche nicht haftet.

Es gibt zwei Hauptmethoden: die direkte Variante, bei der der Fisch direkt eingefärbt und abgerieben wird, und die indirekte, bei der Papier oder Stoff über den Fisch gelegt und fixiert wird. Beide erlauben es, den Fisch später noch zu essen – ein pragmatischer Zug, der typisch für die japanische Kultur ist. Inzwischen wird Gyotaku weltweit praktiziert, von Australien über die USA bis nach Europa.

Besonders bemerkenswert ist die Arbeit der italienischen Künstlerin Elena Di Capita aus Ligurien. Sie hat die Kunst nach Italien gebracht und arbeitet vor allem mit Sardellen – dem wichtigsten Fisch ihrer Heimatregion. Doch sie tut mehr als nur schöne Bilder zu schaffen: Di Capita verwendet ausschließlich Beifang, also Fische, die versehentlich ins Netz geraten und sterben, ohne verwertet zu werden. „Meine Arbeit mit ihnen gibt ihnen Würde. Es ist eine Art, das Leben zu feiern“, sagt sie. Ihre großformatigen Kompositionen mischen verschiedene biologische Umgebungen und verleihen den Tieren eine neue, metaphorische Bedeutung.

Gyotaku zeigt, wie aus einer alten Tradition etwas Neues entstehen kann – eine Kunstform, die nicht nur ästhetisch ist, sondern auch eine Botschaft trägt. In einer Zeit, in der wir über nachhaltigen Fischfang und den Wert jedes Lebewesens diskutieren, erinnert uns diese japanische Druckkunst daran, dass Schönheit und Respekt vor der Natur Hand in Hand gehen können.

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Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Good News Network.

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