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Johns Hopkins setzt auf KI für bessere Medizin

Mit Robotern und Algorithmen sollen Diagnosen und Operationen verbessert werden – 800 Millionen Dollar Impact bis 2029 erwartet.

Beat: Gesundheit & Forschung · Peer-Review

Künstliche Intelligenz (KI) – also Computerprogramme, die selbstständig lernen und Probleme lösen – soll die Medizin revolutionieren. Die renommierte Johns Hopkins University in Baltimore, USA, hat sich das zum Ziel gesetzt und baut dafür ein riesiges Forschungszentrum auf. Das „Data Science and AI Institute“ ist eines der größten seiner Art und soll in den nächsten fünf Jahren 110 neue Professorenstellen schaffen. Mehr als 1.000 Studierende und Absolventen werden dort ausgebildet.

Ein konkretes Beispiel ist der Roboter „Sprite“, der wie ein Mensch aussieht und von den Forschern darauf trainiert wurde, bei Operationen zu assistieren. Bei einer Simulation führte Sprite ein Endoskop – einen Schlauch mit Kamera – durch die Nase eines Patienten, um einen Tumor hinter den Augen zu entfernen. Der Chirurg konnte den Roboter per Sprachbefehl steuern. „Ein Roboter wird sich nicht beschweren“, sagt Professor Mathias Unberath, der das Projekt leitet. Solche Roboter könnten in Zukunft stundenlang operieren, ohne müde zu werden, und so die Versorgung in Regionen mit Ärztemangel verbessern.

Neben Robotern entwickelt Hopkins auch KI-Apps: Eine erkennt Halsschmerzen und Streptokokken-Infektionen per Smartphone, eine andere soll frühzeitig erkennen, wer an Glaukom (Grüner Star) erkranken könnte – einer der häufigsten Ursachen für Erblindung. Ein Frühwarnsystem für die gefährliche Blutvergiftung Sepsis wurde bereits von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen. Insgesamt sind in den USA schon über 1.400 KI-gestützte medizinische Geräte zugelassen, die meisten für die Radiologie.

Doch die rasante Entwicklung wirft auch Fragen auf: KI-Systeme können fehlerhaft sein oder Vorurteile aus den Trainingsdaten übernehmen. So entdeckte ein Algorithmus Hautkrebs nur, wenn ein Lineal im Bild war – weil er nur mit solchen Bildern trainiert worden war. Auch der Energieverbrauch der riesigen Rechenzentren und der Datenschutz sind Herausforderungen. „Es wird eine erstaunliche Zeit der Innovation – und sie ist auch beängstigend“, sagt Dr. Derek Angus von der Universität Pittsburgh. Die Johns Hopkins University will daher nicht nur Technologie entwickeln, sondern auch die gesellschaftlichen Risiken erforschen und mitgestalten.

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„Stell dir vor: Ein Roboter operiert stundenlang ohne Pause – und erkennt Krankheiten, bevor du sie spürst. Genau das wird gerade in Baltimore entwickelt."

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