Johns Hopkins sichert Forschung mit 60 Millionen Euro jährlich
Die Universität schafft einen Notfallfonds, um Wissenschaftler vor den Folgen drastischer Kürzungen der US-Forschungsförderung zu schützen.

Die US-Regierung hat die Fördergelder für Forschung an Universitäten drastisch zusammengestrichen – ein radikaler Bruch mit einer Tradition, die über 80 Jahre lang die wissenschaftliche Spitzenstellung Amerikas ermöglicht hat. Johns Hopkins University, eine der renommiertesten Forschungseinrichtungen der Welt, reagiert nun mit einem massiven eigenen Programm: dem Research Resilience Fund. Die Universität stellt dafür 60 Millionen Dollar pro Jahr für die nächsten zwei Jahre bereit – Geld, das aus Einsparungen und zusätzlichen Mitteln des Bundesstaates Maryland stammt.
Der Fonds richtet sich an alle Wissenschaftler, deren Projekte durch die Kürzungen gefährdet sind – egal ob Professor, Doktorand oder Postdoktorand. Er löst das bisherige Pivot and Bridge Program ab, das nur mit 12,5 Millionen Dollar pro Jahr ausgestattet war und im vergangenen Jahr 42 Projekte fördern konnte. Neu ist nicht nur die deutlich höhere Summe, sondern auch die flexiblere Vergabe: Die Obergrenze pro Projekt steigt auf 250.000 Dollar, und die bisherige Pflicht, dass die jeweilige Fakultät einen Teil beisteuern muss, entfällt. Die Mittel können sowohl für Gehälter als auch für konkrete Forschungsarbeiten verwendet werden.
Universitätspräsident Ron Daniels betont in einer Mitteilung an die Hochschulgemeinschaft, dass man die weggefallenen Bundesmittel – jährlich Hunderte Millionen Dollar – nicht vollständig ersetzen könne. Aber man sei nicht hilflos. Der Fonds ist Teil einer größeren Strategie: Johns Hopkins will neue Partnerschaften mit Unternehmen eingehen, Online- und Weiterbildungsangebote ausbauen, Verwaltungskosten senken und die steigenden Kosten für Mitarbeiterleistungen in den Griff bekommen. Auch Großbauprojekte werden zurückgefahren.
Die Bedeutung dieser Entscheidung reicht weit über den Campus hinaus. Johns Hopkins ist nicht irgendeine Universität – sie gilt als Amerikas erste Forschungshochschule und hat unzählige medizinische und technische Durchbrüche hervorgebracht, von denen Menschen weltweit profitieren. Der Fonds sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch den Fortbestand von Projekten, die sonst eingestellt worden wären. Daniels appelliert an den Zusammenhalt der Gemeinschaft: „Wenn wir als Gemeinschaft gedeihen wollen, die sich Ideen und dem Dienst an der Gesellschaft verschrieben hat, müssen wir den unerschütterlichen Tatendrang aufbringen, der im Kern unserer Identität liegt.“
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„Stell dir vor, deine Uni springt ein, wenn der Staat die Forschungsknete abdreht – mit 60 Millionen pro Jahr. Genau das passiert jetzt an Johns Hopkins."
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