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Johns Hopkins zeigt 150 Jahre LGBTQ+-Geschichte

Eine Universität macht seltene Dokumente und Fotos aus fast zwei Jahrhunderten queerer Kultur öffentlich zugänglich.

Beat: Gesundheit & Forschung · Peer-Review

Die Johns Hopkins University in Baltimore besitzt einen Schatz, der lange im Verborgenen lag: eine umfangreiche Sammlung von Dokumenten, Fotografien und Zeitschriften, die fast zwei Jahrhunderte queeren Lebens abdecken. Gabrielle Dean, Kuratorin für seltene Bücher und Handschriften, betont: „Diese Geschichte ist in vielen Sammlungen unterrepräsentiert – wir wollen sicherstellen, dass sie präsent und sichtbar ist.“ Die Materialien reichen von frühen 1900er-Jahre-Fotografien, die Menschen in geschlechtsnonkonformer Kleidung zeigen, bis hin zu Pamphleten aus den Jahren 1864 und 1865, in denen der deutsche Jurist Karl Heinrich Ulrichs erstmals die Rechte gleichgeschlechtlich Liebender verteidigte – lange bevor das Wort „homosexuell“ überhaupt geprägt war.

Besonders stolz ist die Bibliothek auf eine vollständige Sammlung der Zeitschrift „On Our Backs“, einer sex-positiven Lesbenzeitschrift, die von 1984 bis 2006 erschien. Der Titel ist eine ironische Antwort auf das radikalfeministische Magazin „Off Our Backs“. Auch literarische Werke wie „The Black and White of It“ von Ann Allen Shockley – eine Sammlung von Kurzgeschichten über afroamerikanische Lesben – sind Teil der Kollektion. Die Bibliothekarin Siân Evans berichtet, dass Studierende und Gemeindemitglieder oft stundenlang in den Archiven stöbern, auf der Suche nach Spuren ihrer eigenen Identität. „Es ist wunderbar zu sehen, wie sie sich in diesen Materialien wiederfinden“, sagt sie.

Die Sammlung ist nicht nur für Forscher gedacht. Dean betont: „Wir sammeln diese Materialien für immer – für alle. Jeder, der diese Geschichte verstehen will, ist willkommen.“ Die Universität stellt die Stücke im Rahmen des Pride Month aus und zeigt damit, dass queere Geschichte nicht nur aus Kämpfen besteht, sondern auch aus Freude, Gemeinschaft und kulturellem Reichtum. Die Archivarbeit ist ein wichtiger Schritt, um marginalisierte Perspektiven dauerhaft im kulturellen Gedächtnis zu verankern.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Eine Uni zeigt 150 Jahre queere Geschichte – von Fotos aus den 1900ern bis zu den ersten Pamphleten für gleichgeschlechtliche Liebe."

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