Jugendliche verwandelt Agrarabfall in nachhaltige Binden
15-jährige Nigerianerin stellt aus Maniokschalen und Bananenblättern biologisch abbaubare Menstruationsprodukte her.
In Nigeria ist der Zugang zu Damenbinden für viele Frauen und Mädchen eine tägliche Herausforderung. Hinzu kommt, dass herkömmliche Produkte zu bis zu 90 Prozent aus Plastik bestehen und Jahrhunderte brauchen, um zu verrotten. Die 15-jährige Raheema Auwal-Panti aus Minna, der Hauptstadt des Bundesstaates Niger, hat beschlossen, beides zu ändern. Sie gründete 2025 das Unternehmen PantiPads, das aus landwirtschaftlichen Abfällen biologisch abbaubare Menstruationsbinden herstellt.
Die Idee kam ihr, als sie erfuhr, wie viel Plastikmüll durch Einwegprodukte entsteht. „Selbst wenn niemand etwas dagegen tut, kann ich etwas tun“, sagte die Jugendliche gegenüber Mongabay. In Nordnigeria fällt bei der Verarbeitung von Maniok eine enorme Menge an Abfällen an – Schalen, getrocknete Bananenblätter und Maiskolben. Diese Biomasse wird oft unsachgemäß entsorgt und belastet Böden und Gewässer. Auwal-Panti nutzt genau diese Reststoffe, um daraus umweltfreundliche Binden zu pressen.
Ihr Projekt wurde in die Shortlist von 35 globalen Teams für den Earth Prize 2026 aufgenommen, der von der Schweizer Earth Foundation vergeben wird. Die Auszeichnung fördert junge Menschen, die sich für Umweltlösungen einsetzen. PantiPads hilft nicht nur, Plastikmüll zu reduzieren, sondern bekämpft auch die Menstruationsstigmatisierung, die in Nigeria viele Mädchen vom Schulbesuch abhält. Die Binden sind lokal hergestellt, biologisch abbaubar und könnten langfristig die Abhängigkeit von teuren Importprodukten verringern.
Belegt durch
- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.