Kaffee senkt das Risiko für Leberkrebs deutlich
Eine Auswertung von 500.000 Menschen zeigt: Kaffeetrinker haben ein 47 % niedrigeres Risiko, an Leberkrebs zu erkranken.
Die Leber ist eines der geduldigsten Organe des Körpers: Sie filtert Giftstoffe aus dem Blut, ohne dass wir es merken – bis sie chronisch erkrankt. Aus einer solchen Dauerbelastung können eine Zirrhose, also eine narbige Verhärtung des Gewebes, und schließlich Leberkrebs entstehen. Beide gehören zu den gefährlichsten Verläufen überhaupt.
Eine neue Analyse von Forschenden des Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles nährt nun einen alten Verdacht: Kaffee könnte die Leber schützen. Die Wissenschaftler nutzten die UK Biobank, eine der weltweit größten biomedizinischen Datenbanken, die rund 500.000 Menschen im Alter von 40 bis 69 Jahren über Jahrzehnte begleitet hat.
Verglichen mit Menschen, die keinen Kaffee tranken, hatten regelmäßige Kaffeetrinker ein um 32 Prozent niedrigeres Risiko für eine Zirrhose, ein um 47 Prozent niedrigeres Risiko für Leberkrebs und ein um 42 Prozent niedrigeres Risiko, an einer Lebererkrankung zu sterben. Frühere Auswertungen desselben Datensatzes hatten bereits einen Rückgang chronischer Lebererkrankungen um rund 20 Prozent gezeigt.
Bemerkenswert ist ein Detail: Der Effekt zeigte sich auch bei entkoffeiniertem Kaffee. Das legt nahe, dass nicht das Koffein selbst, sondern andere Inhaltsstoffe der Bohne – Flavonoide und Phenole, also pflanzliche Schutzstoffe – hinter der Wirkung stehen könnten. Zusätzlich fanden sich im Blut der Kaffeetrinker mehr Eiweiße, die mit einer gesunden Leberfunktion verknüpft sind.
Wichtig bleibt die Einordnung. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie: Sie zeigt einen Zusammenhang, aber keinen zweifelsfreien Beweis für Ursache und Wirkung. Studien-Seniorautor Ju Dong Yang, Leiter des Leberkrebs-Programms an der Klinik, sagt es deutlich: „Unsere Ergebnisse unterstützen einen maßvollen Kaffeekonsum für Menschen, die ihn ohnehin genießen und gut vertragen.“
Wer bislang keinen Kaffee mag, solle deshalb nicht anfangen. Die wirksamste Vorsorge bleibe dieselbe wie zuvor: ein gesundes Gewicht halten, Alkohol begrenzen, sich regelmäßig bewegen und Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin im Blick behalten. Für die vielen Millionen Menschen, die ihren Morgen ohnehin mit einer Tasse beginnen, ist die Nachricht dennoch eine gute: Das vertraute Ritual könnte still im Hintergrund ein Organ schützen, an das kaum jemand denkt.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Kaffeetrinker haben in einer Auswertung von 500.000 Menschen ein fast halb so hohes Leberkrebs-Risiko. Sogar entkoffeiniert."
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