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Kindheitsfreundschaften prägen Beziehungen stärker als gedacht

Langzeitstudie zeigt: Frühe Freundschaften beeinflussen Bindungsstil im Erwachsenenalter sogar mehr als die Mutter-Kind-Beziehung.

Wir kommen schreiend und verletzlich zur Welt – und sind völlig abhängig von Erwachsenen, die uns beschützen und lehren, wie wir mit anderen in Verbindung treten. Diese frühesten Beziehungen beeinflussen bis ins Erwachsenenalter hinein, wie wir die Welt sehen und uns anderen gegenüber verhalten. Allerdings auf komplexere Weise, als Forschende bislang vermutet haben.

Eine 2025 veröffentlichte Langzeitstudie hat über Jahrzehnte untersucht, wie die Qualität der Beziehungen von Kindern zu ihren Eltern sowie zu eng befreundeten Gleichaltrigen ihre späteren Beziehungen prägt. Das Ergebnis: Insbesondere die frühe Dynamik zwischen Mutter und Kind sagte den zukünftigen Bindungsstil aller wichtigen Beziehungen voraus – zu Eltern, besten Freunden und Liebespartnern. „Menschen, die sich ihrer Mutter in der Kindheit näher fühlten und weniger Konflikte mit ihr hatten, erlebten all ihre Beziehungen im Erwachsenenalter als sicherer“, sagt Keely Dugan, Psychologin an der University of Missouri und Autorin der Studie, die im Fachjournal „Journal of Personality and Social Psychology“ veröffentlicht wurde.

Doch auch frühe Kindheitsfreunde spielen eine wichtige Rolle. „Durch die ersten Freundschaften in der Schule übt man sich im Geben und Nehmen“, erklärt Dugan. „Die Beziehungen im Erwachsenenalter spiegeln dann diese Dynamik wider.“ Die Idee, dass erste Beziehungen großen Einfluss haben, geht auf Sigmund Freud zurück. Der britische Psychiater John Bowlby entwickelte daraus die Bindungstheorie, die Unterschiede im Verhalten in engen Beziehungen erklärt. „Manche Menschen fühlen sich wohl dabei, sich auf andere zu verlassen, während es anderen an Vertrauen mangelt“, sagt Chris Fraley, Professor für Psychologie an der University of Illinois, der ebenfalls an der Studie beteiligt war.

Forschende definieren Bindungsstile heute durch zwei Dimensionen: Angst und Vermeidung. Bindungsangst misst das Vertrauen in die Verlässlichkeit nahestehender Personen – Menschen mit hoher Angst fürchten sich vor dem Verlassenwerden. Bindungsvermeidung erfasst, wie leicht man sich anderen öffnet – hohe Werte bedeuten, dass man Hilfe und Unterstützung vermeidet. Sind beide niedrig, gilt die Bindung als sicher.

Um den Zusammenhang besser zu verstehen, griffen Dugan, Fraley und Kollegen auf eine bedeutende Langzeitstudie aus den 1990er-Jahren zurück. Damals wurden mehr als 1300 Kinder und ihre Familien aus verschiedenen Regionen der USA von der Säuglingszeit bis zum Alter von 15 Jahren begleitet. Die Kinder gaben Auskunft über die Qualität ihrer Beziehungen zu Vater, Mutter und besten Freunden. Mehr als 700 der ursprünglichen Teilnehmer machten zwischen 2018 und 2022 bei einer Folgestudie mit – sie waren inzwischen 26 bis 31 Jahre alt.

Die Analyse ergab mehrere bedeutsame Muster. Erstens: Die Beziehung zur Mutter bildete die Grundlage für den allgemeinen Bindungsstil und prägte auch das spätere Verhältnis zu Freunden, Partnern und dem Vater. Menschen mit mehr Streit und weniger Nähe zur Mutter neigten zu unsicheren Beziehungen als Erwachsene. Zweitens: Zwischen der Beziehung zum Vater und dem späteren Bindungsstil zeigte sich kein wesentlicher Zusammenhang – vermutlich, weil die meisten Probanden die Mutter als primäre Bezugsperson nannten. „Die erste Untersuchung fand 1991 statt. Väter waren damals im Schnitt noch weniger an der Kinderbetreuung beteiligt als heute“, sagt Dugan.

Besonders überraschend: Frühe Erfahrungen mit engen Freunden sagten den späteren Bindungsstil in Partnerschaften und Freundschaften sogar noch besser vorher als die Beziehung zur Mutter. „Wer in der Kindheit gute Freundschaften hatte und sich seinen Freunden nahe fühlte, empfand die eigenen Freundschaften und Liebesbeziehungen im Alter von 30 Jahren als sicherer“, so Dugan. Die Studie ist laut Experten methodisch sauber und liefert starke Belege für eine Grundannahme der Bindungstheorie – dass frühe soziale Erfahrungen die Persönlichkeit und Beziehungen im Erwachsenenalter prägen.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

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„Hast du gewusst, dass deine Kindheitsfreunde deine Beziehungen heute mehr prägen als deine Eltern? Eine neue Studie zeigt: Freundschaften sind der unterschätzte Schlüssel."

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