Kleidung, die im Garten kompostiert werden kann
Eine US-Designerin stellt Kleidung aus Pflanzenfarben und Naturfasern her – komplett rückstandslos abbaubar.

Die Modeindustrie steckt in einer Krise – einer ökologischen. Jedes Jahr werden über 100 Milliarden Kleidungsstücke produziert, die Branche verursacht bis zu zehn Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen und etwa 20 Prozent des Abwassers. Ein Großteil der Kleidung besteht aus synthetischen Fasern auf Erdölbasis, die Mikroplastik freisetzen und nach dem Wegwerfen oft verbrannt werden oder auf Deponien landen. Die Stiftung Ellen MacArthur schätzt, dass jede Sekunde Textilien im Wert eines ganzen Müllwagens entsorgt werden.
Lydia Wendt, Gründerin der California Cloth Foundry, geht einen anderen Weg. Ihre Kleidung besteht ausschließlich aus in den USA angebauten Naturfasern, vor allem Baumwolle. Gefärbt wird nicht mit Erdölprodukten, sondern mit Pflanzen: Ringelblumen, Kalifornischem Mohn, Färberkrapp, Holunder, Indigo und anderen botanischen Farbstoffen. Das Ergebnis sind sanfte, ungleichmäßige Töne – kein Kleidungsstück gleicht dem anderen. „Gutes Essen sieht auch nie gleich aus, jeder Apfel ist anders“, sagt Wendt. „Der Stoff lebt ebenfalls.“
Die Designerin hat einen persönlichen Antrieb: Nach einer Brustkrebserkrankung und Chemotherapie wollte sie keine giftigen Chemikalien mehr auf ihrer Haut haben. „Die Haut ist unser größtes Organ und nimmt 64 Prozent der Chemikalien aus der Kleidung auf“, erklärt sie. Herkömmliche Bio-Siegel wie GOTS (Global Organic Textile Standard) oder Oekotex bedeuten laut Wendt nicht, dass Kleidung völlig natürlich oder ungiftig ist – sie garantieren nur, dass die Schadstoffbelastung unter einem als gesundheitlich unbedenklich geltenden Grenzwert liegt.
Wendts Kleidung ist so frei von Schadstoffen, dass Kunden sie nach dem Tragen im eigenen Garten kompostieren können. Die Stoffreste aus der Produktion werden zu neuem Garn versponnen. Sogar die Versandtaschen sind kompostierbar, die Etiketten bestehen aus Textilabfällen und werden mit Pflanzenfarbe bedruckt. Ihre Lieferkette ist regional: Die Baumwolle stammt aus New Mexico, Arizona und Kalifornien, die Spinnereien und Nähereien hat sie persönlich ausgewählt. Das macht die Produktion zwar mindestens 40 Prozent teurer als die Herstellung im Ausland, aber Wendt sieht darin den einzigen Weg zu echter Verantwortung. „Es ist wie bei ‚Vom Acker auf den Teller‘“, sagt sie. „Die Menschen schätzen Transparenz und regionale Herkunft. Bei Kleidung geht es in dieselbe Richtung.“
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„Stell dir vor, dein altes T-Shirt wird nach Jahren im Kleiderschrank einfach Kompost. Genau das macht diese Marke möglich."
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