Küsteninfrastruktur wird zum Lebensraum für Meerestiere
Spezielle Betonpaneele an Hafenmauern fördern Artenvielfalt – erstmals in Irland installiert.

Hafenmauern, Wellenbrecher und Pieranlagen sind aus Beton – glatt, kahl und für die meisten Meerestiere unbewohnbar. Sie ersetzen natürliche Felsküsten mit ihren Ritzen und Höhlen, in denen Algen, Muscheln und Krebse Schutz finden. Das Living-Seawalls-Projekt will das ändern: Statt glatter Betonflächen werden speziell gestaltete Paneele angebracht, die mit Rillen, Löchern und wasserspeichernden Taschen versehen sind. Sie imitieren die Struktur natürlicher Felsen und schaffen Mikrohabitate für Algen, Seepocken, Schnecken und andere Kleintiere.
Die Idee stammt vom Sydney Institute of Marine Science und dem Unternehmen Reef Design Lab aus Australien. In Cobh, einer Hafenstadt im irischen County Cork, wurde im September 2025 die erste irische Installation vorgenommen: 60 sechseckige Betonpaneele wurden in eine jahrhundertealte Steinmauer eingelassen. Bereits im April 2026, bei einem Besuch der Forscherin Louise Firth von der University College Cork, zeigte sich der Erfolg: Grünalgen überzogen die Platten, und Schnecken wie Strandschnecken und Steinkrabbe hatten sich angesiedelt.
Das Projekt ist Teil einer weltweiten Bewegung, die Küsteninfrastruktur ökologisch aufzuwerten. Ähnliche Paneele gibt es bereits in Australien, Singapur und Wales. Die Forscher hoffen, dass solche „lebenden Mauern“ künftig Standard werden – und aus grauen Betonwänden grüne Riffe entstehen, die die Artenvielfalt in Häfen und an Küsten fördern.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Stell dir vor: Hafenmauern werden zu künstlichen Riffen, voller Algen und Schnecken. Genau das passiert gerade in Irland."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus innovation
Armenien öffnet Bahnverbindung in die Türkei und EU
Nach 32 Jahren Eiszeit erhält Armenien direkten Schienenanschluss an europäische Märkte
KI entlastet Ärzte: Heidi spart Stunden bei Dokumentation
Australisches Start-up expandiert nach Deutschland und automatisiert Arzt-Patienten-Gespräche
Xpeng startet Serienproduktion von Robotaxis in China
Erstes chinesisches Unternehmen beginnt mit der Massenfertigung autonomer Taxis