Neue Standards für Ökosystem-Wiederherstellung
Aktualisierte Prinzipien fordern aktive Wiederherstellung statt bloßer Schadensvermeidung
Die Gesellschaft für ökologische Wiederherstellung (Society for Ecological Restoration, SER) hat am 23. Juni eine aktualisierte Version ihrer Standards und Prinzipien zur Wiederherstellung von Ökosystemen veröffentlicht. Es ist die dritte Auflage seit 2016. Damals ging es vor allem darum, eine Denkweise für Renaturierungsprojekte zu entwickeln, die Schäden vermeidet – etwa durch zu enge Zielsetzungen. Ein Beispiel: Wenn man nur die Kohlenstoffspeicherung in Wäldern fördert, entstehen schnell Monokultur-Plantagen statt artenreicher Lebensräume. Die neue Version von 2026 behält diese Grundsätze bei, geht aber einen Schritt weiter. "Wir können nicht länger nur Kollateralschäden vermeiden", sagt George Gann, Hauptautor und Leiter der internationalen Politik bei der SER. "Wir müssen tatsächlich Erholung schaffen. Wir müssen einen 'Aufschwung' für die Biodiversität erzeugen."
Der Hintergrund: Das Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework, das 2022 verabschiedet wurde, setzt das Ziel, bis 2030 30% aller geschädigten Ökosysteme wiederherzustellen. Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2021–2030 zur "Dekade der Wiederherstellung" erklärt. Die neuen Standards sind konkret: Sie bieten Werkzeuge für die Planung, Umsetzung und Überwachung von Renaturierungsprojekten. Gleichzeitig sind sie bewusst allgemein gehalten, damit sie auf verschiedene Ökosysteme und unterschiedliche Wege zur Wiederherstellung anwendbar sind. "Diese Standards sagen dir nicht, wie man Grasland oder Mangroven wiederherstellt", erklärt Gann. Sie liefern vielmehr einen Rahmen, der sicherstellt, dass Projekte nicht versehentlich mehr schaden als nutzen.
Die Bedeutung dieser Aktualisierung liegt im Paradigmenwechsel: Statt nur Schadensbegrenzung zu betreiben, wird nun aktiv die Verbesserung der Biodiversität gefordert. Das ist besonders relevant angesichts der globalen Biodiversitätskrise. Die Standards sind ein Werkzeug für Regierungen, NGOs und Unternehmen, um ihre Renaturierungsbemühungen zu strukturieren und zu messen. Sie helfen dabei, Fehler der Vergangenheit zu vermeiden – etwa die Anpflanzung von Monokulturen unter dem Deckmantel der "Wiederaufforstung". Mit der neuen Betonung auf "Uplift" (Aufschwung) wird klar: Es reicht nicht, den Status quo zu erhalten; wir müssen aktiv Lebensräume schaffen, die reicher und widerstandsfähiger sind als zuvor.
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„Neue Regeln für Renaturierung: Nicht nur Schaden vermeiden, sondern aktiv Lebensräume verbessern. Das könnte die Biodiversität weltweit voranbringen."
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