Neue Haiart vor Neuguinea entdeckt
Der Dudgeons Bambushai wurde 2025 erstmals wissenschaftlich beschrieben – ein Gewinn für die Artenvielfalt.

Bambushaie gehören zu den eher trägen Fischen, die zumeist auf dem Boden liegend ruhen. Und wenn sie sich bewegen, dann auf eine für Haie ungewöhnliche Weise: Sie nutzen ihre vorderen Flossen, um über den Grund zu laufen, statt durch das offene Wasser zu schwimmen. Vor der Küste Neuguineas entdeckte ein Team um Jessica-Anne Blakeway von der australischen University of the Sunshine Coast einen Vertreter dieser Familie, den die Einheimischen als „faulen Hai“ kannten, der aber wissenschaftlich noch nicht beschrieben war: Dudgeons Bambushai (Hemiscyllium dudgeonae), benannt nach der Haiforscherin Christine Dudgeon, die ebenfalls an dieser Universität arbeitet.
Bambushaie kommen nach bisherigem Kenntnisstand nur in den Gewässern vor Australien und der Insel Neuguinea vor, wo die Wissenschaftler die neue Art erstmals 2025 beobachteten, als sich diese durch flaches Wasser mit Seegraswiesen bewegte. Eigentlich waren die Taucher abends unterwegs, um eine verwandte Art namens Hemiscyllium michaeli zu suchen, als sie den eigentümlichen Fisch bemerkten. Mit einer Tauchlampe angestrahlt, stoppte das Tier sofort und blieb regungslos – eine typische Starre, um Fressfeinde irrezuführen. Dadurch konnten die Forscher ihn fangen, um ihn näher zu untersuchen.
Schon das einzigartige Farbmuster deutete an, dass es sich um eine unbeschriebene Bambushaiart handeln könnte. Im Laufe der nächsten Tage fing das Team weitere elf Individuen im örtlichen Riffökosystem, das die Fische bevorzugt bewohnen. Drei Exemplare wurden für wissenschaftliche Zwecke gesammelt, die restlichen Tiere nach der Entnahme von Gewebeproben wieder freigelassen. Anschließende DNA-Analysen bestätigten, dass es sich um eine neue Art handelt – zumindest für die Wissenschaft. Die örtliche Bevölkerung kannte die Fische bereits, die sogar über die Riffe „laufen“, wenn das Wasser sehr flach ist und ihr Körper teilweise herausragt.
Hierbei können sie sogar einige Zeit in sauerstoffarmen Pools im Riff ausharren, die bei Ebbe entstehen, und zwischen diesen wechseln. Sie reduzieren dabei auch ihre Herzschlagrate und schränken den Blutfluss in bestimmte Körperteile ein, um besser mit den schwierigen Bedingungen zurechtzukommen. Bislang konnte die Art aber nur in der Milne Bay Neuguineas nachgewiesen werden: Sie hat also womöglich ein sehr kleines Verbreitungsgebiet, weshalb Überfischung oder Lebensraumzerstörung sie bedrohen könnten. Die Entdeckung unterstreicht, wie viel es in den Meeren noch zu entdecken gibt – und wie wichtig es ist, diese einzigartigen Lebensräume zu schützen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Eine neue Haiart wurde entdeckt – und die Einheimischen kannten sie schon lange als 'faulen Hai'."
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus tiere
Asiatische Wildesel kehren nach 65 Jahren in die Ostmongolei zurück
Durch das Entfernen von Zäunen entlang der Transmongolischen Eisenbahn wird die Wiederbesiedlung ermöglicht.
Thunfischbestände erholen sich weltweit
Quoten und Kontrollen lassen Atlantischen Blauflossen-Thunfisch zurückkehren
KI für die Baumkronen: TropiCam-AI erfasst bedrohte Arten
Neues Modell schließt Lücke bei der Überwachung von baumbewohnenden Tieren in tropischen Wäldern