Neuer Bildgebungsstoff erkennt Prostatakrebs präziser
Über 200.000 Scans pro Jahr helfen Ärzten, die richtige Behandlung zu wählen.

Zwei Forscher der Johns Hopkins University wurden für ihre Arbeit an einem Bildgebungsstoff ausgezeichnet, der die Erkennung von Prostatakrebs revolutioniert hat. Robert Dannals und Martin Pomper erhielten den American Innovator Award der Bayh-Dole Coalition für die Entwicklung von Pylarify, einem Mittel für die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Diese Technik macht Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar. Pylarify heftet sich an ein Protein namens PSMA, das auf Prostatakrebszellen in hoher Konzentration vorkommt. So können Ärzte genau sehen, wo der Krebs sitzt und wie weit er sich ausgebreitet hat.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in den USA: Jeder achte erkrankt im Laufe seines Lebens, jährlich gibt es über 288.000 Neudiagnosen. Seit der Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA im Jahr 2021 wird Pylarify in mehr als 200.000 Scans pro Jahr eingesetzt. Die präzise Bildgebung hilft Ärzten, bessere Behandlungsentscheidungen zu treffen – etwa ob eine Operation, Bestrahlung oder eine gezielte Therapie sinnvoll ist.
Die Entwicklung begann mit Pompers Forschung an der Johns Hopkins University. Er identifizierte Moleküle, die das PSMA-Protein gezielt ansteuern. Dannals und sein Team entwickelten dann Methoden, um diese Moleküle radioaktiv zu markieren und in großem Maßstab herzustellen. Möglich wurde der Durchbruch durch den Bayh-Dole Act von 1980, der Universitäten erlaubt, Patente auf Erfindungen aus staatlich geförderter Forschung anzumelden. Ohne diesen Schutz hätte kein Unternehmen in die teure klinische Prüfung und Zulassung investiert.
„Der Bayh-Dole Act ermöglicht es, dass eine Idee aus einer Universität in einen gesellschaftlichen Nutzen übersetzt wird“, sagte Pomper bei der Preisverleihung. „Unsere Erfindung liegt nicht mehr im Regal. Weil sie patentiert ist, wird sie für Unternehmen attraktiv, die sie zu den Patienten bringen können.“ Die Forschung wurde mit über 11 Millionen Dollar aus Bundesmitteln unterstützt. Die Technologie wurde von Johns Hopkins lizenziert und mit Industriepartnern zu einem kommerziellen Produkt entwickelt.
Die Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung des Technologietransfers. Steve Kousouris, Leiter des Technologietransfers an der Johns Hopkins University, sagte: „Pylarify ist das Ergebnis, das der Bayh-Dole Act ermöglichen sollte. Bundesinvestitionen in die Forschung schaffen Entdeckungen mit enormem Potenzial, und der Technologietransfer bietet einen Weg, diese Entdeckungen aus der Universität herauszubringen, damit sie zu Produkten entwickelt werden können, die der Gesellschaft nutzen.“
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Stell dir vor, ein einfacher Scan zeigt genau, wo der Krebs sitzt. Genau das macht ein neuer Bildgebungsstoff – und er wird schon über 200.000 Mal pro Jahr eingesetzt."
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