Papageienfisch-Festival vereint Tradition und Wissenschaft
Jährliches Fest auf den Farasan-Inseln zeigt, wie lokales Wissen und moderne Forschung gemeinsam die Fischerei nachhaltig gestalten.
Auf den Farasan-Inseln im Roten Meer, vor der Küste Saudi-Arabiens, findet jedes Jahr ein außergewöhnliches Schauspiel statt: das Hareed-Festival. Hunderte Menschen stürmen bei Ebbe mit Netzen ins Wasser, um den Langnasen-Papageienfisch (Hipposcarus harid) zu fangen – ein Fisch, der hier traditionell als Nahrungsquelle dient. Die Fänge sind enorm: bis zu 78 Kilogramm pro Person. Was wie eine Plünderung aussieht, ist in Wirklichkeit ein jahrhundertealtes, nachhaltiges System.
Die Einheimischen folgen dem Mond und dem Rhythmus der Fische. Die Papageienfische versammeln sich jedes Jahr zur gleichen Zeit an denselben Stellen, um zu laichen. Die Fischer nennen das Phänomen „die Fische schwimmen freiwillig in den Tod“ – die Tiere scheinen sich fast ergeben zu fangen. Doch trotz der großen Mengen, die entnommen werden, kehren die Bestände jedes Jahr zurück. Das liegt an der traditionellen Fangmethode: Es werden nur ausgewachsene Fische gefangen, und die Laichzeit wird respektiert.
Laila Shaaban, eine saudische Meeresbiologie-Doktorandin, war zunächst skeptisch. „Als Wissenschaftlerin fragte ich mich sofort: Wie kann das nachhaltig sein?“, sagt sie. Doch die jahrhundertealte Praxis der Inselbewohner überzeugte sie. Statt die Tradition zu verurteilen, begann sie, mit den Fischern zusammenzuarbeiten. Gemeinsam dokumentieren sie das Wissen über die Fischwanderungen, die Mondphasen und die Fangtechniken.
Diese Verbindung von traditionellem ökologischem Wissen und moderner Wissenschaft ist ein Modell für den Meeresschutz weltweit. Während viele Korallenriffe unter Überfischung leiden, zeigt das Farasan-Beispiel, dass lokale Gemeinschaften oft die besten Hüter ihrer Ressourcen sind. Die Forschung von Shaaban könnte helfen, ähnliche nachhaltige Praktiken in anderen Regionen zu etablieren.
Das Festival ist nicht nur ein kulturelles Ereignis, sondern auch ein lebendiges Labor für nachhaltige Fischerei. Die Inselbewohner beweisen, dass Tradition und Fortschritt keine Gegensätze sein müssen – und dass die Natur sich erholen kann, wenn man ihre Rhythmen respektiert.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.
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