Ur-Amphibien hatten keine Kaulquappen
Fossilien zeigen: Frühe Landwirbeltiere entwickelten sich direkt ohne Larvenstadium.

Die Evolution der Landwirbeltiere – zu denen auch wir Menschen gehören – muss neu geschrieben werden. Bislang gingen Forscher davon aus, dass die ersten Tiere, die vor rund 365 Millionen Jahren das Wasser verließen, sich ähnlich wie heutige Amphibien entwickelten: Aus Eiern schlüpften kaulquappenartige Larven, die im Wasser lebten und sich später zu landbewohnenden Erwachsenen verwandelten. Doch diese Vorstellung ist offenbar falsch.
Paläontologen Jason Pardo vom Field Museum in Chicago und Arjan Mann von der Lauer Foundation untersuchten Fossilien aus der Mazon-Creek-Fundstätte in Illinois. Die rund 309 Millionen Jahre alten Stücke stammen aus dem Karbon, einer Zeit, als die ersten Wirbeltiere bereits an Land unterwegs waren. Unter den Fossilien fanden die Forscher winzige Exemplare von Embolomeri – krokodilartige Wesen, die als Spitzenprädatoren in Flussdeltas lebten und bis zu drei Meter lang wurden. Die kleinen Fossilien waren nur wenige Zentimeter groß und entpuppten sich als sehr frühe Jugendstadien.
Überraschenderweise zeigten diese Jungtiere keine Merkmale von Kaulquappen, wie etwa äußere Kiemen. Stattdessen sahen sie aus wie Miniaturausgaben der erwachsenen Tiere – mit vier voll entwickelten Gliedmaßen. Auch bei anderen Arten aus Mazon Creek fanden die Forscher keine kaulquappenähnlichen Eigenschaften. Das bedeutet: Bei den frühen Tetrapoden gab es keine Metamorphose von einer aquatischen Larve zum terrestrischen Erwachsenen. Die Jungtiere lebten zwar noch im Wasser, entwickelten aber direkt die Körperform der Erwachsenen.
„In der Schule lernten wir noch eine simple Evolutionsgeschichte: Aus Fischen entstanden Amphibien, aus Amphibien Reptilien und aus diesen Säugetiere“, erklärt Jason Pardo. „Unsere Untersuchung zeigt jedoch, dass die Grundannahme, die ersten vierbeinigen Wirbeltiere wären wie Amphibien aufgewachsen, einfach falsch ist.“ Die Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature, zwingt die Wissenschaft, die frühe Evolution der Landwirbeltiere neu zu denken. Reptilien, Vögel und Säuger stammen demnach nicht von Tieren ab, die einen amphibienartigen Lebenszyklus hatten.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Stell dir vor: Die ersten Tiere an Land sahen nicht aus wie Kaulquappen, sondern wie Mini-Erwachsene. Krass, oder?"
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus wissenschaft
KI-Impfstoff gegen Coronaviren besteht ersten Test am Menschen
Ein von KI entwickelter Impfstoff wirkt gegen mehrere Coronaviren gleichzeitig – und schützt sogar vor noch unbekannten Varianten.
Über 1.000 unbekannte Korallenriffe vor Australien entdeckt
Satellitenbild-Überlagerung enthüllt tausende Riffe in trüben Gewässern Nordaustraliens
KI warnt Badegäste an der Ostsee vor gefährlichen Vibrionen
Frühwarnsystem sagt Bakterien bis zu fünf Wochen im Voraus voraus – basierend auf 1.500 Wasserproben