Neues Medikament verdoppelt Überlebenszeit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs
Daraxonrasib blockiert erstmals das lange als unheilbar geltende Ras-Protein und verlängert das Leben um Monate.

Fast jeder zweite Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs – und Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den aggressivsten Formen. Oft wird er erst spät entdeckt, und die üblichen Chemotherapien wirken nur kurz: Nach der ersten Behandlung leben Patientinnen und Patienten im Schnitt weniger als ein Jahr, nach der zweiten nur noch sieben Monate. Der Grund liegt in einem bestimmten Protein, dem Ras-Protein, das in gesunden Zellen die Zellteilung reguliert. Ist sein Bauplan durch eine Mutation verändert, teilt sich die Zelle unkontrolliert – und wird zur Krebszelle. Lange galt dieses Protein als „undruggable“, also als nicht mit Medikamenten angreifbar, weil ihm die typischen Angriffspunkte fehlen.
Doch 2013 gelang Wissenschaftlern ein Durchbruch: Sie entdeckten, dass eine bestimmte Mutation des Gens KRAS, genannt G12C, sich doch blockieren lässt. Daraufhin wurden erste Medikamente für Lungen- und Darmkrebs entwickelt. Jetzt hat ein Forschungsteam auf dem US-Krebskongress ASCO Daten vorgestellt, die zeigen, dass ein neues Medikament namens Daraxonrasib auch gegen die anderen, häufigeren Ras-Mutationen wirkt. In einer Studie mit rund 500 Patientinnen und Patienten, die bereits eine Chemotherapie hinter sich hatten, verdoppelte Daraxonrasib die Überlebenszeit von etwa 6 auf 13 Monate. Bei etwa einem Drittel der Behandelten schrumpften die Tumoren sichtbar.
Die Behandlung hat Nebenwirkungen wie Hautausschlag, Durchfall oder Übelkeit – aber sie sind schwächer als bei einer Chemotherapie. „Das war ein historischer Moment in der Krebsmedizin“, sagt die Ärztin Marisa Gerckens, die in ihrer Kolumne über den Durchbruch berichtet. Sie rechnet mit einer Zulassung in den USA Ende 2026 oder Anfang 2027. In Europa dauert der Prozess erfahrungsgemäß länger, aber Ärztinnen und Ärzte können nach der US-Zulassung Anträge auf Kostenübernahme bei deutschen Krankenkassen stellen. Für akut Erkrankte bleibt der Zugang derzeit schwierig: Studienplätze sind begrenzt, und ein Härtefallprogramm außerhalb der USA gibt es noch nicht. Dennoch gibt die Entwicklung Hoffnung – nicht nur für Bauchspeicheldrüsenkrebs, sondern auch für andere Krebsarten, bei denen Ras-Mutationen eine Rolle spielen.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Jahrzehntelang galt Ras-Krebs als unheilbar – jetzt verdoppelt ein neues Medikament die Überlebenszeit!"
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus gesundheit
HPV-Impfung eliminiert fast Gebärmutterhalskrebs
Erstmals starb in England keine Frau unter 30 an Gebärmutterhalskrebs – die Impfung rettet Leben.
HPV-Impfung senkt Gebärmutterhalskrebs-Todesfälle auf null
In England starb zwischen 2020 und 2024 keine geimpfte Frau unter 25 an Gebärmutterhalskrebs – ein Novum.
Guinea-Wurm-Fälle auf historischem Tief: Nur 10 Infektionen 2025
Die parasitäre Krankheit steht kurz vor der Ausrottung – ein Meilenstein der globalen Gesundheit.