Zurück
wissenschaft Global · XX

Schnelle Evolution kann Arten retten

Buch zeigt: Elefanten ohne Stoßzähne, rennende Kröten und verstummte Grillen – Anpassung in Jahrzehnten

Evolution – das klingt nach Jahrmillionen, nach Dinosauriern und Urzeit. Doch der Biologe und Chemiker Bernhard Kegler zeigt in seinem Buch „Rettung durch schnelle Evolution“, dass dieser Prozess oft viel schneller abläuft, als wir denken. In 15 Kapiteln beschreibt er, wie sich Arten innerhalb von Jahren oder Jahrzehnten an veränderte Bedingungen anpassen – und wie der Mensch dabei eine entscheidende Rolle spielt.

Ein bekanntes Beispiel sind Elefanten: Durch massive Wilderei, vor allem wegen ihrer Stoßzähne, werden immer mehr Tiere ohne Stoßzähne geboren. Früher waren zahnlose Elefanten selten, heute sind sie häufiger – eine evolutionäre Anpassung innerhalb weniger Generationen. Auch in Städten lässt sich schnelle Evolution beobachten: Die Anolis-Echsen in Puerto Rico haben längere Hinterbeine entwickelt, um auf glatten Stadtflächen schneller zu laufen. Mäuse in New York passen ihre Verdauung an Fast Food und verschimmeltes Essen an.

Besonders eindrucksvoll ist die Geschichte einer Grillenart auf Hawaii. Eine eingeschleppte Fliegenart legte ihre Eier in die Grillen, die Larven fraßen die Tiere von innen auf. Die Grillen verstummten – denn die Männchen lockten mit ihrem Zirpen die Fliegen an. Doch die Art überlebte, indem sie neue Geräusche wie Schnurren und Rasseln entwickelte. Heute erholen sich die Bestände. Auch die Aga-Kröte in Australien, eigentlich eine invasive Art, hat sich zu einer „Rennkröte“ entwickelt, um sich schneller auszubreiten.

Doch Kegler verschweigt nicht die Schattenseiten: Krankheitserreger wie Bakterien passen sich ebenfalls schnell an und werden resistent gegen Antibiotika. Multiresistente Keime sind eine ernste Bedrohung. Die schnelle Evolution ist also kein Allheilmittel gegen den durch den Klimawandel verstärkten Biodiversitätsverlust – dafür ist sie insgesamt zu langsam. Aber sie zeigt, dass die Natur immer wieder überrascht und manche Arten eine echte Chance haben, sich anzupassen. Keglers Buch ist ein Plädoyer dafür, die Evolution nicht nur als historisches Phänomen zu sehen, sondern als lebendigen, gegenwärtigen Prozess.

Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.

So erzählst du es weiter

„Hast du gewusst, dass Elefanten heute häufiger ohne Stoßzähne geboren werden? Evolution in Echtzeit – und sie kann Arten retten."

Der tägliche Lichtblick

Magst du solche Geschichten?

Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.

Weiteres aus wissenschaft