Pumas senken Zahl der Wildunfälle mit Rehen um 67 Prozent
Wo Pumas leben, meiden Rehe die Straßen – eine neue US-Studie zeigt, wie Raubtiere Autofahrer indirekt schützen.
Dass große Raubtiere wie Pumas gefährlich für Menschen sein können, ist ein vertrautes Bild – dass sie Autofahrern indirekt sogar nützen könnten, klang bislang eher nach einer Vermutung als nach belegter Tatsache. Eine neue Studie aus dem US-Bundesstaat Washington liefert dafür jetzt handfeste Belege.
Rehe meiden bekanntermaßen offene Flächen, wenn sich Fressfeinde in der Nähe aufhalten – dazu zählen auch Straßen, auf denen sie schlecht Deckung finden. Ob sich das tatsächlich auf die Zahl der Wildunfälle auswirkt, war in Regionen mit einer stabilen Population großer Raubtiere aber nie direkt untersucht worden. Ein Forschungsteam kombinierte deshalb auf der Olympic-Halbinsel im Westen Washingtons Unfalldaten mit Aufnahmen von Kamerafallen, die zeigten, wo sich Pumas – auch Cougars oder Berglöwen genannt – aufhalten. Die Raubkatzen erbeuten vor allem Rehe.
Das Ergebnis, veröffentlicht im Fachjournal Current Biology: In Gebieten, in denen Pumas aktiv waren, hielten sich Rehe seltener in Straßennähe auf – ihre Präsenz dort sank um 15 Prozent. Das wiederum ließ die Wahrscheinlichkeit eines Wildunfalls mit einem Reh um 67 Prozent sinken. „Wenn wir über Pumas sprechen, geht es meist um die Gefahren, die von ihnen ausgehen“, sagt Mitautor Mark Elbroch von der Naturschutzorganisation Panthera. „Wie sehr sie uns auch nützen, übersehen wir dabei oft.“
Die Ergebnisse ordnen sich in eine wachsende Zahl von Studien ein, die zeigen, dass das Verschwinden großer Beutegreifer oft unerwartete Folgekosten für den Menschen hat – von mehr Wildunfällen bis zu Ernteschäden durch überhandnehmende Pflanzenfresser. Die Studie liefert damit ein konkretes, messbares Argument dafür, dass der Schutz großer Raubtiere nicht nur der Natur, sondern auch der Verkehrssicherheit von Menschen zugutekommen kann.
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„Eine neue Studie zeigt: Wo Pumas leben, sinkt die Zahl der Wildunfälle mit Rehen um 67 Prozent – die Raubtiere schützen unfreiwillig Autofahrer."
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