Roboterhand übersetzt Lehrerstimme für gehörlose Schüler
Die Hand verwandelt gesprochene Worte in Gebärden, mit 92 Prozent Trefferquote, entwickelt von einer 22-Jährigen in Kenia.
Norah Kimathi ist 22 Jahre alt und hat etwas gebaut, das es auf ihrem Kontinent zuvor nicht gab: eine robotische Hand, die die Stimme eines Lehrers in Gebärdensprache übersetzt. In Kenia sind schätzungsweise 300.000 Kinder gehörlos oder schwerhörig, die wenigsten von ihnen sitzen in einem Klassenzimmer. Ein Grund dafür: Kaum ein Lehrer beherrscht Gebärdensprache, und ein landesweit einheitliches Kenianisches Zeichensystem gibt es bisher nicht. Auch in Deutschland fehlt es vielerorts an Gebärdendolmetschern für Schulen, das Problem ist also nicht nur ein kenianisches. Kimathis Firma ZeroBionic hat die Hand aus recyceltem Plastikmüll im 3D-Drucker gefertigt, sie kostet rund 330 Euro und hält laut Firmenangaben drei Jahre ohne Wartung. Schwieriger als die Mechanik war etwas anderes: Es gab keinen einzigen Datensatz für kenianische oder afrikanische Gebärdensprache, an dem sich das Team hätte orientieren können. Also ließ Kimathis Team gehörlose Lehrerinnen und erfahrene Gebärdensprachler ihre Bewegungen in einem elektrodenbesetzten Anzug aufzeichnen, den sie eigens importieren mussten. Herausgekommen ist eine Hand mit einer gemessenen Trefferquote von 92 Prozent, von der bereits 78 Stück verkauft sind. "Wir wissen, dass wir damit jemandem ein Lächeln ins Gesicht zaubern", sagt Kimathi. Als Nächstes will ihr Team einen ganzen Roboter-Oberkörper bauen, der noch mehr Gebärden beherrscht.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„78 Roboterhände übersetzen in Kenia schon Lehrerstimmen"
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