Seltener Hornvogel kehrt nach 60 Jahren nach Indien zurück
Im Gir-Nationalpark brüten Hornvögel erstmals seit den 1960ern wieder – dank jahrelanger Wiederaufforstung.
Im westindischen Bundesstaat Gujarat ist ein Vogel zurückgekehrt, den dort lange niemand mehr gesehen hatte: der Indische Grauhornvogel, ein großer, gesellig lebender Vogel mit einem charakteristischen, leicht gebogenen Schnabel.
Im Gir-Nationalpark, einem international bekannten Schutzgebiet in den Trockengebieten Westindiens, hatte seit den 1960er-Jahren kein einziges Brutpaar mehr genistet. Nun ist die Art dort bereits zum vierten Jahr in Folge erfolgreich mit dem Aufziehen von Jungtieren beschäftigt. Möglich wurde das durch ein gezieltes Wiederansiedlungsprogramm, das 2021 startete und die einheimische Population seither auf mittlerweile rund 40 Tiere anwachsen ließ.
Zwar gilt der Hornvogel laut der Weltnaturschutzunion IUCN offiziell nicht als bedroht, doch er hat sehr spezielle Ansprüche an seinen Lebensraum: Er braucht große, alte, einheimische Bäume, deren Stämme im Laufe vieler Jahrzehnte natürliche Höhlen entwickelt haben, groß genug für einen bis zu 60 Zentimeter langen Vogelkörper. Zusätzlich benötigt er in der Nähe ausreichend fruchttragende Bäume als Nahrungsquelle.
Verschwinden solche alten Baumbestände, verschwindet mit ihnen auch der Hornvogel – weshalb indische Naturschützer die Art als sogenannte Indikatorart bezeichnen: Ihr Wohlergehen zeigt an, wie gesund eine ganze Landschaft tatsächlich ist. Genau das machte die Rückkehr so aufwendig: Damit der Wald im Gir-Nationalpark den Vögeln wieder ein Zuhause bieten konnte, mussten großflächige Gebiete über Jahre hinweg renaturiert und konsequent geschützt werden.
Laut dem indischen Medium The Better India hat sich diese Strategie inzwischen ausgezahlt – die Population brütet mittlerweile selbstständig und ist nicht mehr auf weitere Aussetzungen von Tieren angewiesen. Das unterscheidet dieses Projekt von vielen anderen Wiederansiedlungen, die oft dauerhaft auf menschliche Nachzucht angewiesen bleiben.
Naturschützer werten den Erfolg auch als Hoffnungszeichen für andere Arten, die denselben degradierten Lebensraum einst verloren haben und von seiner Erholung ebenfalls profitieren könnten. Für Gir, das vor allem für seine Population der letzten frei lebenden asiatischen Löwen bekannt ist, ist die Rückkehr des Hornvogels ein weiterer Beleg dafür, dass gezielter Naturschutz über Jahrzehnte hinweg tatsächlich Landschaften heilen kann.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„In Indien brütet ein Vogel wieder, der dort seit den 1960er-Jahren nicht mehr gesehen wurde – ganz ohne weitere menschliche Hilfe."
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