Schneeleoparden: Gemeinschaften schützen besser als Zählen
Rodney Jackson plädiert für mehr Unterstützung von Hirtenfamilien statt teurer Technik.
Rodney Jackson hat Schneeleoparden schon verfolgt, als die meisten Menschen noch nicht wussten, dass es sie gibt. In den frühen 1980er Jahren stattete er die ersten Tiere in Nepal mit Sendern aus und legte damit den Grundstein für die moderne Erforschung dieser seltenen Großkatzen. Seitdem hat er in Ländern wie Indien, Pakistan und der Mongolei gearbeitet. 1981 gründete er die Non-Profit-Organisation Snow Leopard Conservancy (SLC), die sich für den Schutz der Tiere einsetzt. Auch nach seiner Pensionierung 2022 bleibt er als Präsident des Vorstands aktiv.
Doch Jackson ist unzufrieden mit der Richtung, die der Schneeleopardenschutz eingeschlagen hat. In einem Interview mit dem Umweltmagazin Mongabay kritisierte er, dass zu viel Geld in aufwendige Zählmethoden und Technologie fließe. Stattdessen müssten die Menschen vor Ort stärker unterstützt werden – vor allem die Hirtenfamilien, die täglich mit den Raubkatzen leben müssen. Wenn ein Schneeleopard ein Schaf reißt, ist das für eine Familie oft eine wirtschaftliche Katastrophe. Bislang, so Jackson, würden diese Gemeinschaften zu wenig Hilfe erhalten.
Der Wissenschaftler fordert eine grundlegende Neuausrichtung: weg von der reinen Datensammlung, hin zu praktischer Unterstützung. Dazu gehören etwa sichere Ställe für das Vieh oder Entschädigungszahlungen für gerissene Tiere. Nur wenn die Menschen vom Schutz der Schneeleoparden profitieren, werden sie die Tiere auch langfristig akzeptieren. Jackson beklagt zudem, dass die beiden wichtigsten internationalen Organisationen zum Schutz der Schneeleoparden nicht ausreichend zusammenarbeiten. Das schwäche die gemeinsame Wirkung.
Seine Botschaft ist klar: Artenschutz ist nicht nur eine Frage der Wissenschaft, sondern vor allem eine Frage der Gerechtigkeit. Die Menschen, die mit den Tieren leben, tragen die größte Last – und verdienen die meiste Unterstützung. Jacksons Ansatz zeigt, dass echter Fortschritt oft nicht in Laboren oder auf Konferenzen entsteht, sondern in den Dörfern der Hochgebirge.
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- Archiv vor September 2026, nicht nach heutigem Verfahren geprüft. Berichtet von Mongabay.