Selbst angebaute Pflanze schützt vor Mücken wie teures Mittel
Eine Lotion aus Katzenminze wirkte im Test so gut wie das Standardmittel DEET — und lässt sich in Uganda vor Ort anbauen.

Der beste Schutz vor Malaria ist der Stich, der nie passiert. Genau daran scheitert er in vielen ländlichen Regionen Ugandas allerdings an einer banalen Hürde: am Preis.
„DEET liegt außerhalb der Preisklasse der meisten ugandischen Subsistenzbauern, kommerziell erhältliche Mückenschutzmittel zu kaufen ist für sie schlicht nicht praktikabel“, sagt Simon Scofield, Dozent an der Universität Cardiff in Wales. DEET ist der Wirkstoff, der in den meisten handelsüblichen Mückensprays steckt.
Scofields Team hat gemeinsam mit ugandischen Forschenden nach einer Alternative gesucht, die vor Ort wachsen kann — und ist bei der Katzenminze gelandet, botanisch Nepeta cataria. Ihr ätherisches Öl enthält Nepetalacton, jene Substanz, die Katzen in Euphorie versetzt. Auf Mücken wirkt sie offenbar völlig anders: Sie stört deren Geruchssinn.
In Labortests, vorgestellt auf einer internationalen Wissenschaftskonferenz im italienischen Florenz, hielt eine Hautlotion mit 6 Prozent Nepetalacton Mücken ebenso zuverlässig davon ab, auf einem menschlichen Arm zu landen, wie DEET. Eine Zubereitung mit 2 Prozent schnitt nur geringfügig schlechter ab.
Der entscheidende Vorteil liegt nicht in der Wirksamkeit, sondern in der Herstellbarkeit. Katzenminze ist leicht anzubauen, das ätherische Öl lässt sich einfach destillieren. Und es riecht besser als DEET. Traditionell wird die Pflanze ohnehin seit Jahrhunderten als Mückenschutz verwendet.
„Wir wollten ein Mittel entwickeln, das hochwirksam ist, aber auch die Menschen vor Ort in den Produktionszyklus einbindet, sodass es möglichst wenig kostet“, sagt Scofield.
Aus der Forschung ist inzwischen ein Produkt geworden: eine Lotion namens DSK, die Scofield gemeinsam mit Menschen vor Ort entwickelt hat, um sie verkaufen zu können — und die Herstellung damit von Fördergeldern unabhängig zu machen.
Patentieren lässt sich das Ganze nicht. Die Lotion besteht nur aus ätherischem Öl, Stabilisatoren und gängigen kosmetischen Grundstoffen. Was nach einem wirtschaftlichen Nachteil klingt, ist in diesem Fall die eigentliche Pointe: Niemand kann den Preis kontrollieren.
„Sobald wir wissen, dass wir das Mittel günstig verkaufen und verteilen können, sollte das ein sich selbst tragendes System erzeugen, bei dem das Geld an jeder Stufe der Entwicklung an alle zurückfließt“, sagt Scofield.
Der Hintergrund ist ernst. „Es besteht ein echter Bedarf, die Abhängigkeit von Malaria-Medikamenten zu verringern, weil Malaria Resistenzen gegen Medikamente entwickeln kann“, so Scofield. Mückenschutzmittel gehören zu den wichtigsten Maßnahmen, um das Risiko zu senken — indem sie Landungen und Stiche von vornherein verhindern.
Noch stammen die Daten aus dem Labor, nicht aus dem Alltag ganzer Dörfer. Aber der Weg von der Pflanze im Garten zur Lotion auf der Haut ist ungewöhnlich kurz.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Eine Lotion aus Katzenminze — der Pflanze, die Katzen verrückt macht — hielt Mücken im Labor genauso zuverlässig ab wie das teure Standardmittel. Die Pflanze wächst in Uganda einfach vor der Tür."
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