Weltweit weniger Verkehrstote, weniger Hunger, weniger Abholzung
Verkehrstote sanken laut WHO um 21 %, Hunger sinkt das dritte Jahr in Folge, Amazonas-Abholzung fiel um 38 %.
Es ist selten, dass in einer einzigen Woche gleich mehrere weltweite Fortschritte zusammenkommen – aber genau das vermeldet eine aktuelle Zusammenstellung des britischen Magazins Positive.News. An erster Stelle steht eine Zahl, die zunächst überrascht: Obwohl seit 2011 mehr als eine Milliarde zusätzliche Fahrzeuge auf die Straßen der Welt gekommen sind, ist die Zahl der Verkehrstoten im selben Zeitraum um 21 Prozent gesunken, wie neue Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigen.
„In den letzten 15 Jahren haben wir echte Fortschritte bei der Senkung der Verkehrstoten erzielt, trotz stark steigender Fahrzeugzahlen“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dennoch kamen 2025 weltweit noch immer 1,16 Millionen Menschen im Straßenverkehr ums Leben – er bleibt die häufigste Todesursache bei Menschen zwischen 5 und 29 Jahren. Die Vereinten Nationen haben deshalb eine neue Erklärung verabschiedet, mit der sich die Staaten verpflichten, die Verkehrstoten bis 2030 zu halbieren; Finnlands Hauptstadt Helsinki zeigt, dass das möglich ist – dort gab es zuletzt ein ganzes Jahr lang keinen einzigen Verkehrstoten mehr.
Auch beim Hunger gibt es Entspannung: Laut einem aktuellen UN-Bericht waren 2025 weltweit 7,8 Prozent der Menschen von Hunger betroffen, nach 8,1 Prozent im Vorjahr und 8,6 Prozent im Jahr 2022 – der dritte Rückgang in Folge. Die Erholung verläuft allerdings ungleichmäßig: Während sich die Lage in Asien sowie Lateinamerika und der Karibik deutlich verbesserte, stagnierte sie in Afrika, wo weiterhin die meisten hungernden Menschen weltweit leben.
Aus Brasilien kommt eine dritte gute Nachricht: Die Abholzung im Amazonas-Regenwald ist in der ersten Hälfte des Jahres 2026 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen. Nach Daten der brasilianischen Raumfahrtbehörde wurden rund 500 Quadratmeilen Regenwald gerodet, ein Rückgang von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als es noch 807 Quadratmeilen waren. „Das zeigt, dass sich der politische Wille zur Bekämpfung der Abholzung durchgesetzt hat“, sagte Ane Alencar vom Amazon Environmental Research Institute. Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der im Wahlkampf einen härteren Kurs gegen die Rodung versprochen hatte, will sich im Oktober erneut zur Wahl stellen.
Daneben gab es weitere ermutigende Entwicklungen: Eine große britische Zehn-Jahres-Studie mit 3.500 Patienten zeigte, dass eine schonendere, fokussierte Behandlungsmethode bei Prostatakrebs ähnlich wirksam ist wie Operation oder Bestrahlung – bei etwa halb so hohem Risiko für Inkontinenz oder erektile Dysfunktion. In Paris berichteten mehr als 200 Bewohnerinnen und Bewohner einer Obdachlosenunterkunft, dass ein kostenloser Outdoor-Fitnessplatz ihre körperliche Gesundheit spürbar verbessert und ihnen geholfen hat, andere Menschen kennenzulernen. Und im Norden Englands wurde die Finanzierung für ein Projekt gesichert, das rund 3.000 Hektar Land renaturieren soll, um Moorflächen als Kohlenstoffspeicher wiederherzustellen.
Jede dieser Geschichten für sich ist ein kleiner Baustein – zusammen ergeben sie ein Bild, in dem sich gezielte Politik, Forschung und lokales Engagement tatsächlich messbar auszahlen.
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„Weltweit sterben 21 % weniger Menschen im Straßenverkehr als 2011 – trotz einer Milliarde mehr Autos auf den Straßen."
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