Seltener Fisch nach 40 Jahren in Papua-Neuguinea wiederentdeckt
Der Spinat-Seenadelfisch, ein Verwandter des Seepferdchens, galt als verschollen – jetzt fand ihn eine Fischerin im Sepik-Fluss.
Der Spinat-Seenadelfisch ist ein schlanker, langgestreckter Fisch, der zur selben Familie wie das Seepferdchen gehört. Mehr als 40 Jahre lang hatte ihn niemand mehr gesehen – zuletzt hatte ihn der australische Fischforscher Gerald Allen in den 1980er-Jahren in den Flüssen von Papua-Neuguinea dokumentiert. Naturschutzorganisationen zählten ihn zu den zehn meistgesuchten „verlorenen“ Süßwasserfischen der Welt und fürchteten, die Art könnte bereits ausgestorben sein.
Ein Forschungsteam machte sich nun auf die Suche, auf eine Weise, die eher an eine Vermisstensuche erinnert als an eine gewöhnliche Expedition. Zwei Wochen lang fuhren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Motorbooten und Kanus über den Sepik-Fluss, der sich über mehr als 1.100 Kilometer durch Wälder, Sumpfgebiete und Überschwemmungsflächen im Norden des Landes zieht. In Dörfern entlang des Flusses zeigten sie Fotos des Fisches und fragten Fischerinnen, Händler und Dorfälteste, ob sie das Tier kannten.
„Reisen ist fast ausschließlich mit Motorboot oder Kanu möglich, oft dauert es viele Stunden zwischen den Dörfern“, berichtete die Forscherin Jerrica Agebigo vom New Guinea Binatang Research Centre. Immer wieder erzählten Dorfbewohner von einem schlanken Fisch in den flachen Uferbereichen des Flusses, unter verschiedenen lokalen Namen wie Karuweng oder Inap, aber mit übereinstimmender Beschreibung.
In den letzten Tagen der Expedition gelang der Fischerin Helen Asu der entscheidende Fang: Mit dem Handnetz, das sie sonst zum Fangen von Garnelen nutzt, fing sie zwei Exemplare des gesuchten Fisches. Fotos der Tiere wurden an den australischen Ichthyologen Gerald Allen geschickt, der die Art zuletzt in den 1980er-Jahren beschrieben hatte – er bestätigte die Wiederentdeckung.
„Es lässt mein Herz höherschlagen, dass der Spinat-Seenadelfisch wieder nachgewiesen wurde“, sagte die Meeresbiologin Amanda Vincent, die eine internationale Expertengruppe für Seepferdchen und verwandte Arten leitet. „Dass er noch existiert, gibt uns Hoffnung, dass auch andere verlorene Arten noch da draußen sind.“
Der Fund kommt zu einer Zeit wachsender Sorge um Süßwasserfische weltweit: Ein aktueller UN-Bericht zeigt, dass Bestände wandernder Süßwasserfischarten in den vergangenen 50 Jahren um 81 Prozent zurückgegangen sind, unter anderem wegen Bergbau, Abholzung und anderer Eingriffe in Flusslandschaften. Die Wiederentdeckung des Spinat-Seenadelfischs zeigt deshalb zweierlei: dass Naturschutz-Erfolge möglich sind, und wie dringend Flusssysteme wie der Sepik geschützt werden müssen, damit weitere Arten nicht endgültig verschwinden.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Ein Fisch galt 40 Jahre als verschollen. Eine Fischerin fing ihn zufällig mit ihrem Garnelennetz."
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