Wasserlose Toilette hilft 20.000 Haushalten ohne Kanalisation
Aus NASA-Forschung entstanden, verdunstet die iThrone 95% der Flüssigkeit in Urin und Kot.
Rund eine Milliarde Menschen weltweit haben keinen Zugang zu einer Kanalisation oder fließendem Wasser für die Toilette. Für sie ist das, was in Industrieländern selbstverständlich ist, unerreichbar: die Spülung nach dem Toilettengang. Genau dieses Problem hat die Erfinderin Diana Yousef gelöst – ausgehend von einer ganz anderen Fragestellung.
Yousef arbeitete zuvor bei der US-Raumfahrtbehörde NASA an sanitären Anlagen für Astronauten im Weltraum. Auf einer Raumstation kann niemand einfach Wasser die Toilette hinunterspülen, also musste eine Alternative her. Beim Nachdenken über diese Anforderung fiel Yousef auf: Die Bedingungen im All ähneln denen von Menschen auf der Erde, die keine Kanalisation besitzen. Beide Gruppen können Abfälle nicht einfach mit Wasser wegspülen.
Aus dieser Erkenntnis entstand die iThrone, eine nicht spülende, wasserlose Toilette. Das Gerät verdunstet rund 95 Prozent des Wasseranteils in Urin und Kot binnen kurzer Zeit und macht die Entsorgung menschlicher Abfälle dadurch auch ohne Rohrleitung sicher. Die Technik ist bewusst einfach gehalten: Die Einheiten lassen sich als eigenständige Module transportieren und praktisch überall aufstellen, ganz ohne Anschluss an ein Wassernetz.
Bereits heute nutzen rund 20.000 Haushalte in Uganda, Panama und den USA die iThrone im Alltag. Für Yousef, die an den Universitäten Cornell, Columbia und Harvard studiert hat, war das erst der Anfang. In diesem Jahr erhielt sie für ihre Erfindung den Waislitz Award von Global Citizen, eine Auszeichnung für innovative Lösungen gegen globale Probleme, dotiert mit 100.000 Dollar.
Mit dem Preisgeld will ihr Unternehmen change:WATER die Produktion ausweiten. Ziel ist es, die iThrone in den kommenden Jahren Millionen weiteren Menschen zugänglich zu machen, die bislang ohne sichere sanitäre Grundversorgung leben. Was als Lösung für ein Nischenproblem im Weltraum begann, könnte damit zu einem Werkzeug gegen eine der grundlegendsten Ungleichheiten der Erde werden.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
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„Eine Toilette, die kein Wasser braucht – sie verdunstet einfach 95 Prozent von allem. 20.000 Haushalte nutzen sie schon."
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