U8-Verlängerung ins Märkische Viertel startet Vorplanung
Nach 60 Jahren Versprechen beginnt die konkrete Planung für 3 km U-Bahn-Strecke mit vier neuen Stationen.
Seit den 1960er-Jahren warten die Bewohner des Märkischen Viertels auf einen U-Bahn-Anschluss. Am Mittwoch wurde ein erster konkreter Schritt gefeiert: Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) starteten die Vorplanung für die Verlängerung der Linie U8. Die rund drei Kilometer lange Neubaustrecke soll vier neue Stationen erhalten: am Märkischen Viertel, an der Treuenbrietzener Straße, an der Wesendorfer Straße und am Senftenberger Ring.
BVG-Chef Henrik Falk sprach von einem wichtigen Meilenstein: „Die Leistungsphase 2 hat begonnen.“ Bei der Vorplanung wird die genaue Trassenführung ausgearbeitet, inklusive Kosten- und Zeitplan. Die Vorplanung soll Mitte 2027 vorliegen, die Entwurfsplanung Ende 2028. Wenn alles glatt läuft, könnte die Baugenehmigung Ende 2030 erteilt werden, der Baubeginn wäre 2031. Die Bauzeit wird auf etwa zehn Jahre geschätzt, sodass die U8 Anfang der 2040er-Jahre das Märkische Viertel erreichen könnte.
Die Strecke wird größtenteils unterirdisch mit einer Schildvortriebsmaschine gebaut, die Stationen entstehen in offener Bauweise. Die BVG rechnet mit bis zu 38.000 Fahrgästen pro Tag, die dann direkt an das U-Bahn-Netz angeschlossen wären. Bisher sind die Bewohner auf Busse angewiesen, die oft überfüllt sind, und müssen am Bahnhof Wittenau umsteigen.
Die Finanzierung ist noch nicht gesichert, und die Kosten werden erst im Laufe der Planung konkretisiert. Zuletzt war von 390 Millionen Euro die Rede. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergab, dass der Nutzen das 1,4-Fache der Kosten erreicht – nach Expertenmeinung ein gutes Ergebnis.
Nicht alle sind von dem Projekt überzeugt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) plädiert für eine Straßenbahnlösung, die nur ein Zehntel der Kosten verursachen würde. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) verteidigte die U-Bahn: Sie biete eine schnelle und effiziente Verbindung unterirdisch, ohne sich die Fahrbahn mit Autos teilen zu müssen.
Die U8-Verlängerung ist eines von drei großen U-Bahn-Projekten in Berlin. Die Verlängerung der U3 zum Mexikoplatz und der U7 nach Heerstraße Nord stecken noch in der Vorbereitung. Für das Märkische Viertel aber beginnt nun die konkrete Planung – nach über 60 Jahren Wartezeit.
Diese Geschichte ist zu gut, um sie für sich zu behalten.
So erzählst du es weiter
„Stell dir vor, dein Stadtteil wartet seit 60 Jahren auf die U-Bahn – und jetzt geht es endlich los!"
Magst du solche Geschichten?
Hol dir jeden Morgen eine — kuratiert, belegt, werbefrei. Kein Doomscrolling.
Weiteres aus innovation
Armenien öffnet Bahnverbindung in die Türkei und EU
Nach 32 Jahren Eiszeit erhält Armenien direkten Schienenanschluss an europäische Märkte
KI entlastet Ärzte: Heidi spart Stunden bei Dokumentation
Australisches Start-up expandiert nach Deutschland und automatisiert Arzt-Patienten-Gespräche
Xpeng startet Serienproduktion von Robotaxis in China
Erstes chinesisches Unternehmen beginnt mit der Massenfertigung autonomer Taxis