US-Förderprogramm für Energie-Erfindungen zahlt sich messbar aus
4 Milliarden Dollar Förderung brachten über 20 Milliarden Dollar Folgeinvestitionen und mehr als 1.400 Patente.
Neue Energietechnologien haben oft ein grundlegendes Problem: Bis sie sich am Markt beweisen und Gewinn abwerfen, können Jahre oder sogar Jahrzehnte vergehen. Für private Investoren ist dieses Risiko meist zu hoch, viele vielversprechende Erfindungen scheitern deshalb nicht an der Technik, sondern am fehlenden Geld in genau dieser frühen, riskanten Phase, die Fachleute das „Tal des Todes“ nennen.
Genau hier setzt das US-Förderprogramm ARPA-E an, das nach dem Vorbild eines ähnlichen Programms des amerikanischen Militärs aufgebaut wurde. Seit seiner Gründung 2009 hat das Programm mehr als 4 Milliarden Dollar an Universitäten und Start-ups vergeben, die an neuen Wegen arbeiten, Energie zu erzeugen und zu speichern.
Ein aktueller, vom Kongress angeforderter Bericht der National Academies of Science hat nun erstmals systematisch untersucht, ob sich diese Strategie auszahlt, und kommt zu einem klaren Ergebnis: Aus den 4 Milliarden Dollar an Förderung sind mehr als 20 Milliarden Dollar an zusätzlichen Investitionen sowie über 1.400 Patente entstanden. Projekte, die eine Förderung erhielten, bekamen deutlich häufiger Patente und Folgeinvestitionen als vergleichbare Projekte, deren Anträge abgelehnt wurden. In rund 40 Prozent der Fälle beobachteten die Forschenden zudem einen „Mitzieh-Effekt“: Sobald ein gefördertes Start-up zeigt, dass eine Technologie funktioniert, steigen weitere Unternehmen in dasselbe Feld ein.
Zu den bekanntesten Erfolgsgeschichten zählt das Unternehmen Fervo, das mit besonders tiefen Bohrungen die natürliche Erdwärme des Planeten zur Stromerzeugung nutzt und inzwischen Verträge mit Google für die Stromversorgung von Rechenzentren abgeschlossen hat. Auch Form Energy, ein Hersteller von Eisen-Luft-Batterien, die Energie tagelang speichern können, und X-Energy, das kleine, kompakte Kernreaktoren entwickelt, erhielten frühe Unterstützung durch das Programm.
Der Bericht empfiehlt, das Programm künftig noch stärker auf jene Bereiche zu konzentrieren, in denen private Investitionen bislang kaum ausreichen, etwa Fusionsenergie, saisonale Speicher für Solar- und Windstrom über den Winter sowie klimafreundlichere Verfahren zur Herstellung von Stahl und Zement, die zusammen für einen erheblichen Teil der weltweiten Emissionen verantwortlich sind. „Man braucht diese Art von ständiger Innovation, um uns vom fossilen Pfad wegzubewegen“, sagt der Energieexperte Chris Bataille von der Columbia University. Die Zahlen des neuen Berichts liefern dafür nun einen der bislang klarsten Belege.
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„Ein US-Förderprogramm steckte 4 Milliarden Dollar in riskante Energie-Ideen – daraus wurden 20 Milliarden Dollar Folgeinvestitionen."
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